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Stephansdom-Terrorpläne: Verdächtige aus U-Haft entlassen

Die vier Verdächtigen, die wegen mutmaßlicher Anschlagspläne auf Stephansdom, Prater rund Kölner Dom festgenommen wurden, werden aus der U-Haft entlassen. Die Wiener Staatsanwaltschaft sieht keinen dringenden Tatverdacht mehr.

In den Weihnachtsferien herrschte in Wien Terroralarm. Mehrere Verdächtige sollen als Anhänger des "Islamischen Staats in der Provinz Khorasan" (ISKP) Anschläge auf Stephansdom, Prater oder Kölner Dom geplant haben.

Vier Personen kamen in Untersuchungshaft. Ein Ehepaar - er Tadschike, sie Türkin - und ein Mann aus Dagestan wurden in Österreich verhaftet, ein weiterer verdächtiger Tadschike aus Deutschland ausgeliefert. Nun stellte die Wiener Staatsanwaltschaft aber Enthaftungsanträge für alle vier Personen, wie die Behörde entsprechende PULS 24 Informationen bestätigte. 

Die Wiener Staatsanwaltschaft teilte PULS 24 mit, dass nach neuen Ermittlungen der Tatverdacht "neu geprüft" werden musste. Man sehe nun keinen dringenden Tatverdacht mehr, der für die Untersuchungshaft nötig sei, so eine Sprecherin zu PULS 24.

Verdächtige kommen in Schubhaft

Auf freien Fuß dürften die Verdächtigen dennoch nicht kommen - sie werden laut Staatsanwaltschaft dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl zur Schub- bzw. Sicherungshaft übergeben. Einer der Verdächtigen wurde ja aus Deutschland ausgeliefert. Das Landesgericht bestätigte am Donnerstag, dass die U-Haft-Entlassung bereits vollzogen wurde.

Am Freitag wurde zumindest dem Ehepaar dann bereits ein Abschiebebescheid, er liegt PULS 24 vor - zugestellt. In dem Bescheid ohne aufschiebende Wirkung wird ihre Außerlandesbringung angeordnet.

"Höchst radikale Person"

"Anstatt die Zeit im Bundesgebiet zur Integration zu nutzen, haben Sie einen Terroranschlag geplant", heißt es darin etwa. Der Mann wird als "höchst radikale Person" bezeichnet, die "weder den Rechtsstaat noch die Gesetze akzeptiert". Er stelle "eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit" dar.

Andreas Schweitzer, der Anwalt des Ehepaars, reagierte darauf gegenüber der APA empört:  "Die Unschuldsvermutung endet wohl vor den Toren des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl. Dort ist dieses Vokabular ein Fremdwort. Es wird gleich abgeschoben". Er werde eine Beschwerde einbringen.

Wie PULS 24 berichtete, fanden die Ermittler verdächtige Koordinaten auf dem Handy von zumindest einem Verdächtigen. Die Ermittler vermuteten Verstecke für Waffen oder Sprengstoff. Bei aufwendigen Suchaktionen im Wienerwald wurde nach PULS 24 Informationen aber nichts gefunden. Ein vermuteter toter Briefkasten in Wien reicht der Staatsanwaltschaft offenbar nicht aus. 

Gegen alle vier Verdächtigen werde aber weiterhin ermittelt, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft gegenüber PULS 24 - wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation und einer Terrorvereinigung. Die Verdächtigen bestreiten die Vorwürfe. 

Video: Terror in Österreich: Neue Zelle entlarvt

ribbon Zusammenfassung
  • Die vier Verdächtigen, die wegen mutmaßlicher Anschlagspläne auf Stephansdom, Prater rund Kölner Dom festgenommen wurden, werden aus der U-Haft entlassen.
  • Die Wiener Staatsanwaltschaft sieht keinen dringenden Tatverdacht mehr.
  • Gegen alle vier Verdächtigen werde aber weiterhin ermittelt, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft gegenüber PULS 24.
  • Auf freien Fuß dürften die Verdächtigen dennoch nicht kommen - sie werden laut Staatsanwaltschaft dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl zur Schub- bzw. Sicherungshaft übergebe. Einer der Verdächtigen wurde ja aus Deutschland ausgeliefert.