APA - Austria Presse Agentur

Robert Misik überlegt Fellner-Boykott nach rassistischer Aussage

07. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Wolfgang Fellner hat live im TV mehrmals eine rassistische Aussage getätigt. Autor Robert Misik überlegt, zukünftig nicht mehr in die Sendung zu kommen. Beim ersten Mal war Herbert Kickl (FPÖ) zu Gast. Er lachte über Fellners Aussage.

Robert Misik, Journalist und politischer Autor, bei oe24-TV auch als "Sprecher der linken Gutmenschen in diesem Land" vorgestellt, ist regelmäßiger Gast in Wolfgang-Fellners-Talkshow "Fellner Live". Das könnte sich nun ändern. 

In der Show vom Montag diskutierte Misik mit dem FPÖ-Bundesratsabgeordneten Johannes Hübner. Noch bevor die Debatte begann, kam es zu einer Lichtpanne im Studio: Fellner beschwerte sich bei seinen Mitarbeitern: "Freunde i hab ka Licht im G`sicht", sagte er da etwa, bevor das Licht im Studio ganz ausging und Fellner das rassistische N-Wort in einem unpassenden Vergleich verwendete. 

Auf Twitter wird nun Robert Misik mit den Aussagen Fellners konfrontiert. "Ehrlich gesagt hab ich es erst nicht mitgekriegt und dann war ich perplex. So ein Dreck geht gar nicht. Punkt", schreibt Misik. Auf die Nachfrage eines Users schreibt Misik dann, dass es "wohl das Minimum" sei, nicht mehr zur Sendung zu gehen. Auf PULS 24-Anfrage teilt Misik dann jedoch mit, dass er sich das "erstmal genau überlegen" und es "den Kollegen dort dann selbst mitteilen" werde. 

Nicht das erste Mal

Schon in der Vergangenheit hatte Wolfgang Fellner die gleiche rassistische Aussage getätigt. Damals zu Gast: FPÖ-Chef Herbert Kickl, der den Sager scheinbar lustig fand und darüber lachte, wie ein Video zeigt, das PULS 24 zugespielt wurde. Es soll aus dem Sommer 2020 stammen.

Boykott durch Politiker

Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung durch zwei ehemalige Mitarbeiterinnen hatte sich Wolfgang Fellner bis Anfang September selbst eine Moderationspause aufgelegt. Die von Wolfgang Fellner selbst beauftragten Wirtschaftsprüfer BDO hätten ihm nun aber beschieden, dass in Sachen Compliance bei oe24 alles passen würde. 

Währenddessen ist der Vorwurf der sexuellen Belästigung, den Fellner bestreitet, nach wie vor aufrecht. Das Verfahren zweier ehemaliger Mitarbeiterinnen gegen ihn und sein Medienhaus und das Verfahren, das er selbst gegen Raphaela Scharf anstrengte, laufen ebenfalls weiter. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Abgeordnete von SPÖ, Grüne und NEOS wollen Fellner persönlich deshalb weiterhin keine Interviews geben, solange Vorwürfe sexueller Belästigung gegen ihn gerichtlich anhängig sind.

Quelle: Redaktion / koa