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Verstappen einsam und ungefährdet zum Imola-Sieg

24. Apr. 2022 · Lesedauer 4 min

Mit der größtmöglichen Ausbeute von 34 Punkten hat Max Verstappen das programmierte Ferrari-Wochenende in Imola zur Red-Bull-Show gemacht. Nach dem Qualifying am Freitag und dem Sprint am Samstag gewann der Niederländer auch den Grand Prix der Emilia-Romagna und setzte sich auf Platz zwei der WM-Wertung. Als Zweiter am Sonntag komplettierte Sergio Perez einen Red-Bull-Doppelsieg, Dritter war Lando Norris im McLaren. Charles Leclerc im Ferrari wurde nur Sechster.

"Wir waren echt gut drauf. Als Team haben wir alles richtig gemacht. Der Doppelsieg ist, denke ich, verdient", freute sich Verstappen über seinen zweiten Sieg - gleichzeitig seine erst zweite Zielankunft - in dieser Saison nach Saudi-Arabien. Auch die schnellste Rennrunde wurde zu seiner Beute. "Wir haben das heute gut gemanagt. Hier hat das Publikum sicher einen anderen Sieger erwartet, aber es war ein tolles Rennen", ergänzte der 24-Jährige, der Perez 16,527 Sekunden hinter sich ließ.

"Das Wichtigste heute war, dass man keinen Fehler macht bei diesen Bedingungen. Es ist ein tolles Ergebnis nach dem schwierigen Start für uns. Ich freue mich für das Team", meinte der Mexikaner Perez. Für Red Bull war es der erste Doppelsieg seit 2016 in Malaysia, wo damals Daniel Ricciardo vor Verstappen gewann. "Es war ein optimales Wochenende. Das Rennen selbst war nervenzehrend für uns, es wollte nicht enden. Aber man hat bei Max gesehen, er war überhaupt nicht strapaziert", befand Red-Bull-Berater Helmut Marko im ServusTV-Interview.

Leclerc verlor beim Start zwei Positionen an Perez und Norris und war lediglich noch Vierter. Noch schlimmer erging es seinem Teamkollegen Carlos Sainz: Der Spanier drehte sich in der ersten Kurve nach einer Berührung mit Ricciardos McLaren ins Kiesbett und brachte seinen Wagen nicht mehr zum Laufen. Schon in der ersten Runde rückte folglich das Safety Car aus. Und Sainz erlebte den gleichen Albtraum wie vor zwei Wochen in Australien, wo sein Rennen bereits nach der ersten Runde zu Ende war.

Bald verabschiedete sich auch Alpine-Pilot Fernando Alonso mit einem massiven Schaden seitlich an der Karosserie. Viele Positionen gewannen hingegen George Russell im Mercedes und Sebastian Vettel im Aston Martin, die beide in die Top zehn vorstießen. Russell schloss das Rennen sogar als Vierter ab, dahinter folgen Valtteri Bottas (Alfa Romeo) und Leclerc. Hinter dem Siebenten Yuki Tsunoda (AlphaTauri) machte Vettel als Achter seine ersten WM-Punkte in dieser Saison, Kevin Magnussen (Haas) und Lance Stroll im zweiten Aston Martin komplettierten die Top Ten.

Für viel Betrieb in der Boxengasse sorgte in einem weitgehend geordnet ablaufenden Rennen ab der 17. Runde der Umstand, dass es vor dem Start geregnet hatte und alle Piloten auf Intermediate-Reifen losgefahren waren. Diese wurden nun für Medium-Mischungen eingetauscht. Leclerc kam vor Perez als Zweiter zurück auf die Strecke, musste den Mexikaner aber bald wieder vorbei lassen. Nach seinem zweiten Reifenwechsel drehte sich Leclerc bei seiner Hetzjagd auf Perez von der Strecke, schlug in einen Reifenstapel ein und verlor durch seinen folgenden dritten Boxenstopp den Podiumsplatz.

"Vielleicht hätten wir es ein bisschen besser managen können, aber das hätte nicht viel Unterschied gemacht", meinte Leclerc, der seinen Fehler eingestand. "Wir werden alles analysieren und es besser machen." Ferrari-Teamchef Mattia Binotto sagte: "Wir wollten den Fans Grund zum Jubeln geben, die hier in Imola die Tribünen und die Wiesen in ein rotes Meer verwandelt haben. Natürlich sind wir enttäuscht, dass das nicht geklappt hat, aber es wird noch andere Rennen und Möglichkeiten geben, um ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern."

Der Monegasse Leclerc behielt die WM-Führung, er liegt jetzt 27 Punkte vor Verstappen. Schauplatz des nächsten Rennens sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Am 8. Mai feiert der neue Miami-Grand-Prix seine Premiere.

Vorne zog Verstappen einsam seine Kreise, überrundete dabei auch den Siebenfach-Weltmeister Lewis Hamilton, der am Ende nur den 13. Platz belegte. Weil der Brite so gar nicht vom Fleck und an seinen Mittelfeld-Konkurrenten nicht vorbei kam, entschuldigte sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff persönlich am Funk bei seinem Piloten. "Ich weiß, das ist unmöglich zu fahren", sprach der Wiener den Dienstwagen von Hamilton an. "Wir werden da rauskommen", schloss Wolff aber mit einer optimistischen Botschaft ab.

Quelle: Agenturen