APA - Austria Presse Agentur

Ölkatastrophe vor Mauritius: Frachter-Kapitän festgenommen

18. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

Nach der Öl-Katastrophe vor der Küste von Mauritius haben die Behörden den Kapitän des havarierten Frachters "Wakashio" festgenommen. Der indische Kapitän und dessen srilankischer Stellvertreter würden aufgrund einer vorläufigen Anklage vor Gericht gestellt, sagte Polizeisprecher Shiva Coothen am Dienstag.

Nach der Öl-Katastrophe vor der Küste von Mauritius haben die Behörden den Kapitän des havarierten Frachters "Wakashio" festgenommen. Der indische Kapitän und dessen srilankischer Stellvertreter würden aufgrund einer vorläufigen Anklage vor Gericht gestellt, sagte Polizeisprecher Shiva Coothen am Dienstag.

Die beiden wurden demnach wegen Gefährdung der Sicherheit der Schifffahrt angeklagt und müssen erneut Ende August vor Gericht erscheinen. Am Mittwoch sollen weitere Besatzungsmitglieder vernommen werden.

Der japanische Frachter "Wakashio", der unter der Flagge Panamas fährt, war am 25. Juli mit rund 4000 Tonnen Treibstoff an Bord vor der Südostküste des Urlauberparadieses im Indischen Ozean auf Grund gelaufen. Mehr als 1000 Tonnen Treibstoff traten aus, eine Ölpest bedroht die Naturschutzgebiete auf Mauritius. Am Wochenende war der Frachter in zwei Teile zerbrochen, erneut lief dabei Öl ins Meer.

In einem Wettlauf gegen die Zeit versuchen Helfer nun, die verbliebenen 3000 Tonnen Öl aus dem Schiff abzupumpen. Tausende Freiwillige halfen, die weißen Strände der Insel von dem Ölschlick zu befreien.

Für Mauritius bedeutet das Schiffsunglück sowohl ökologisch als auch ökonomisch einen schweren Schlag. Der Inselstaat ist in hohem Maße abhängig von seinen Küstengebieten - nicht nur wegen des Fischfangs, sondern auch weil die Korallenriffe zu den schönsten weltweit zählen und viele Touristen anlocken.

Die Regierung spricht vom schlimmsten ökologischen Desaster, das das Urlaubsparadies je erlebt hat. Kritiker machten die Regierung des Inselstaates im Indischen Ozean für die Katastrophe mitverantwortlich und forderten eine Untersuchung.

Quelle: Agenturen