APA - Austria Presse Agentur

"Fodas Philharmonie": So lobt Achtelfinal-Gegner Italien die ÖFB-Elf

21. Juni 2021 · Lesedauer 4 min

"Wir wollten Geschichte schreiben", sagte ÖFB-Trainer Franco Foda nach dem 1:0 Sieg gegen die Ukraine. Nun trifft Österreich im Achtelfinale auf Italien - wie die Presse darauf reagiert.

Die starke Leistung der ÖFB-Elf beim 1:0 gegen die Ukraine brachte dem Nationalteam viel Lob ein. Auch die Presse in Italien hat das Spiel ihres Achtelfinalgegners genau unter die Lupe genommen und findet lobende Worte.

Die "Repubblica" lobt gar überschwänglich "Fodas Philharmonie": "Die Ukraine wurde vernichtet durch die perfekte Ausführung der deutlich  gewachsenen österreichischen Nationalmannschaft." Kritik gibt es aber an Arnautovic: "Arnautovic macht viel, aber versemmelt zwei Bälle, die das Schiff in den sicheren Hafen hätten bringen können."

Der "Corriere" meint, "Österreich hat überrascht und dabei die Ukraine überflügelt", bleibt allerdings realistisch: "Italien ist eine andere Kategorie." Als beste österreichische Spieler werden Alaba ("wieder auf dem Level von Bayern München") sowie Sabitzer und natürlich Torschütze Baumgartner gelobt.

Die Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" stellt gleich vor: "Italien, hier kommt Österreich!" Auch sie lobt: "Der an der Flanke postierte Alaba funktioniert, während die Mannschaft von Shevchenko dies nicht tut". Auch die "Gazzetta" erwähnt die "vielen Geschenke von Arnautovic, der zwar lebhaft aber ungenau im Strafraum ist" Die Niederlage für die Ukraine sei zwar nicht hoch aber verdient.

Die "Bild" gratuliert Österreich und meint: "Willkommen bei den Großen" und bewundert die "Ösis", die "den Gegner in der ersten Hälfte phasenweise an die Wand (11:1 Torschüsse!)" gespielt haben. Auch die "Süddeutsche" stellt fest: "Österreich deutet an, was es könnte". "Die erste Halbzeit des Spiels war dann eine wahrhafte Schau dessen, was möglich wäre. Im neuen System und zum ersten Mal in den roten Heimtrikots spielte Fodas Mannschaft ihren bisher besten Fußball", lobt die SZ.

Foda: "Ich kenne mich ja etwas aus im Fußball"

"Wir waren überzeugt, dass wir es heute schaffen können. Wir haben in der Besprechung angesprochen, wir wollten Geschichte schreiben. Das ist der Mannschaft eindrucksvoll gelungen", sagt ÖFB-Trainer Franco Foda nach dem Spiel gegen die Ukraine. "Es war eine fantastische Leistung von jedem einzelnen Spieler, da kann man als Teamchef stolz auf die Mannschaft sein. Es gab zwar die eine oder andere Phase, wo wir vielleicht etwas zu passiv waren, aber das ist natürlich auch der Hitze geschuldet", so Foda. 

"Ich kenne mich ja etwas aus im Fußball", sagte Foda im "ORF" zu Fragen nach der geänderten Aufstellung. David Alaba war als Linksverteidiger positioniert worden

Der Torschütze Christoph Baumgartner konnte es nach dem Spiel noch gar nicht glauben: "Ich kann es, glaub ich, noch nicht ganz realisieren. Was dazukommt ist, dass mir der Schädel richtig wehtut, aber ich freue mich für ganz Österreich. Ich hoffe, jeder Österreicher hat das genossen". Der ÖFB-Stürmer war mit  Illia Zabarnyi zusammengestoßen.

Auch Marko Arnautovic, der beim Spiel gegen die Niederlande wegen einer Sperre fehlte, äußerte sich nach dem Match - auch zu einigen von ihm vergebenen Chancen: "Ich denke, ich muss diese Tore machen, natürlich stecke ich auch Kritik ein für das. Über die Sperre brauche ich nicht mehr zu reden, das interessiert mich gar nicht mehr. Ich bin froh, wieder dabei zu sein."

In den Sozialen Medien gratulierten noch am Montagabend die ersten Politiker der ÖFB-Elf. Seit 1954 steht Österreich zum ersten Mal in einer EM-K.O-Runde. "Erstmals Achtelfinale! Großartige, souveräne Leistung", schreibt etwa Bundespräsident Alexander Van der Bellen auf Twitter.

"Wembley, wir kommen!", freut sich auch Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler (Grüne). Er blickt schon auf das kommende Spiel in London: "Mit diesem Kampfgeist ist auch gegen die Squadra Azzurra etwas drin", meint der Sportminister. Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gratuliert dem Team zum "historischen Einzug". 

Stephan Hofer, Konstantin AuerQuelle: Agenturen / Redaktion / hos/koa/APA