APA - Austria Presse Agentur

Marko Arnautovic für ein EM-Spiel gesperrt

16. Juni 2021 · Lesedauer 2 min

Marko Arnautovic wurde von der UEFA für seinen seinen als beleidigend gewerteten Torjubel beim Spiel gegen Nordmazedonien für das Match gegen die Niederlande gesperrt.

Der Torjubel von Marko Arnautovic beim UEFA EURO 2020 Gruppenspiel Österreich gegen Nordmazedonien ist von der UEFA-Disziplinarkommission als Beleidigung des Gegners eingestuft worden, was für den ÖFB-Teamspieler die Mindeststrafe von einem Spiel Sperre nach sich zieht. Die Entscheidung wurde dem ÖFB am frühen Mittwochnachmittag mitgeteilt. Damit steht Marko Arnautovic dem Nationalteam im zweiten EM-Gruppenspiel gegen die Niederlande nicht zur Verfügung.

Ich habe mein Fehlverhalten beim Torjubel aus eigener Initiative (...) öffentlich eingestanden und mich dafür entschuldigt. Es hat bedauerliche Äußerungen von beiden Seiten gegeben, aber auch Provokationen sind keine Rechtfertigung für mein Verhalten. (...) Ich bin mit Menschen aus den verschiedensten Ländern und Kulturen aufgewachsen und stehe ganz klar für Vielfalt. (...) Gerade weil mir durch meine eigene Geschichte Integration so ein Anliegen ist, möchte ich (...) 25.000 Euro für mein Integrationsprojekt, bei dem ich selbst als Schirmherr auftrete, zur Verfügung stellen, damit mein schlechtes Verhalten auch eine gute Konsequenz für mehr Zusammenhalt hat. Ich möchte vor allem Kindern und Jugendlichen ein gutes Vorbild sein.

Marko Arnautovic zum Urteil

Teamchef Franko Foda: "Ich habe Marko als herzensguten Menschen kennengelernt. Er hat sein Fehlverhalten eingestanden und sich öffentlich entschuldigt. Die betroffenen Spieler haben sich ausgesprochen und die Hand gereicht. Unser voller Fokus gilt dem Spiel gegen die Niederlande. Im abschließenden Gruppenspiel gegen die Ukraine wird Marko wieder zeigen, wie wichtig er für unsere Mannschaft ist", so Teamchef Franco Foda.

Bereits vor der offiziellen Verkündung war die Sperre von Arnautovic auf der UEFA-Seite zu finden:

Auf der offiziellen Page der UEFA ist der Stürmer seit Mittwoch als "gesperrt" gelistet. Der ÖFB-Spieler geriet nach seinem emotionale Ausraster nach seinem Tor im österreichischen EM-Auftaktspiel am Sonntag gegen Nordmazedonien ins Visier der UEFA. Er soll einen Spieler der gegnerischen Teams und dessen Mutter rassistisch beschimpft haben. Der Verband hat wegen des Vorfalls einen Ethik- und Disziplinar-Inspektor eingesetzt, der den Fall untersuchte. 

Foda rechnete im Vorfeld nicht damit, dass die UEFA eine Sperre verhängt. Der Teamchef plante, seinen Stürmer beim Match am Donnerstag vielleicht sogar von Anfang an einzusetzen - das ist nun natürlich nicht möglich. 

Der 32-jährige Stürmer selbst verwehrte sich in den letzten Tagen ebenfalls gegen Rassismus-Vorwürfe. Er habe in einer emotionalen Ausnahmesituation gesprochen. Der ÖFB-Star besuchte unmittelbar nach dem Spiel die Nordmazedonier in deren Kabine, um sich zu entschuldigen. "Arnautovic und ich haben nach dem Spiel gesprochen und die Situation geklärt. Er hat sich entschuldigt. Er ist in den Umkleideraum gekommen und hat mir die Hand gereicht. Das war wirklich fair von ihm", zitierte das Internet-Portal "Derbi" aus einem Interview von Alioski im albanischen TV-Sender "Digialb". 

Nordmazedoniens Fußball-Verband schrieb am Montag auf Facebook von einem "nationalistischen Ausbruch" von Arnautovic und forderte laut eigenen Angaben in einem Brief an die UEFA die "härteste Strafe".

Franziska Tschinderle, Journalistin beim "Profil", spricht mit PULS 24 über die Aussage von ÖFB-Spieler Marko Arnautovic.

Quelle: Redaktion / lam