Nach Extremkälte kommt erhöhte Glatteisgefahr
Nach der Kaltfront erreichte von Westen eine Warmfront Österreich. Zunächst schneit es bis in tiefe Lagen, mit zunehmender Milderung in der Höhe geht der Schnee allmählich in gefrierenden Regen über. Dabei ist auf den kalten Fahrbahnen mit Straßenglätte zu rechnen, warnte Gesosphere.
Gelb ist die zweite Stufe der vierteiligen Warnstufenskala der Geosphere. Es bedeutet Vorsicht, es sind jedoch nur vereinzelt wetterbedingte Beeinträchtigungen und/oder Schäden zu erwarten.
Zuvor wurde in der Nacht auf Montag in Österreich der tiefste Wert des bisherigen Winters gemessen: Frostige minus 29 Grad registrierten die Messgeräte der Station Liebenau-Gugu in 845 Metern Seehöhe in Oberösterreich. An zweiter Stelle folgte Schwarzau im Freiwald im Bezirk Gmünd in Niederösterreich mit minus 28,4 Grad auf 788 Metern.
Auf Platz drei reihte sich der Auswertung von Geosphere zufolge Zell am See (Salzburg) mit minus 21,6 Grad ein. Vergleichsweise mild war es in Wien. Hier wurden in der Inneren Stadt minus 5,1 Grad gemessen - dies entsprach dem Platz 279 in der Auswertung.
Aber generell war es in der Nacht extrem frostig. In Vorarlberg, Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland war es laut Geosphere zuletzt vor sechs Jahren so kalt (2018). In Tirol, Salzburg, Kärnten vor vier Jahren (2021). In Osttirol vor drei Jahren (Dezember 2022). In der Steiermark vor zwei Jahren (Dezember 2023). In Wien vor einem Jahr.
Extreme Kälte vorerst vorbei
Mit der extremen Kälte sollte es aber vorbei sein: Noch am Montag zieht eine Warmfront von Westen her über Österreich hinweg. In der Wochenmitte steigt die Temperatur in sonnigen Gebieten bereits auf bis zu zehn Grad. Besonders im Osten und im Donauraum bleibt es durch hartnäckigen Nebel aber noch kühler.
Große Lawinengefahr im westlichen Tirol
Mit den steigenden Temperaturen und den zuletzt gefallenen Neuschneemengen erhöht sich im Gebirge die Lawinengefahr. Vor allem im westlichen Tirol ist bei Skitouren und sonstigen Aktivitäten jenseits der Waldgrenze Vorsicht geboten. Große Gefahr - die Gefahrenstufe vier auf der fünfstufigen Lawinenwarnskala - galt am Montag für die Verwallgruppe, die östliche Silvretta, den Großteil der Lechtaler Alpen und Teile der Allgäuer Alpen.
Speziell in diesen Gebieten liegt der Neu- und Triebschnee verbreitet auf einer schwachen Altschneedecke. Die Triebschneeansammlungen sind schlecht miteinander und mit dem Altschnee verbunden, wodurch Lawinen sehr leicht ausgelöst werden können. Skitourengeher sollten daher auf Wummgeräusche und Risse beim Betreten der Schneedecke achten - eindeutige Alarmzeichen, die auf eine sehr schlechte Schneedeckenstabilität hinweisen.
Die Gefahrenlage bleibt in den kommenden Tagen kritisch. Besonders gilt das weiterhin für den äußersten Westen Tirols. Als erheblich wird die Lawinengefahr aber in weiten Teilen des Landes - im Samnaun, im Kaunergrat, in der Weißkugelgruppe, im Sellrain, im Karwendel, in den Tuxer Alpen und in den nordwestlichen Zillertaler Alpen - eingestuft.
Zusammenfassung
- Nach der extremen Kälte mit bis zu minus 29 Grad in Oberösterreich warnt die Geosphere Austria bis Dienstag in weiten Teilen des Landes vor erhöhter Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen.
- Im Westen Tirols herrscht aktuell große Lawinengefahr der Stufe 4 von 5, besonders in der Verwallgruppe, der östlichen Silvretta und Teilen der Lechtaler sowie Allgäuer Alpen.
- Mit dem Eintreffen einer Warmfront steigen die Temperaturen in sonnigen Regionen bis zur Wochenmitte auf bis zu zehn Grad, während im Osten und Donauraum kühleres Wetter durch Nebel bleibt.
