Lehrergewerkschafter Grünbichler: "An Grenze der Belastbarkeit" wegen Pandemie

15. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Hannes Grünbichler, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft BMHS, verlangt von Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) "endlich" konkrete Corona-Pläne für den Herbst an Österreichs Schulen. Distance Learning gilt es in Zukunft so gut es geht zu vermeiden.

Die Ausfälle aufgrund von Corona-Infektionen in den Lehrkörpern werden laut Hannes Grünbichler weniger. Im Interview mit PULS 24 sagt er aber dennoch, dass man "an der Grenze der Belastbarkeit" arbeite. Man habe zwei Jahre Pandemie "mit sehr vielen Supplierstunden, sehr viel administrativer Arbeit" hinter sich gebracht, erklärt der Gewerkschaftsvorsitzende, man wurde allerdings "nicht entlastet". Die betrifft vor allem "die Arbeit, die nicht mit dem Unterricht in Zusammenhang steht". wie beispielsweise das Testmanagement.

Grünbichler würde sich von Bildungsminister Martin Polaschek einen Ausblick auf die Zeit nach dem Sommer wünschen. Die Lehrkräfte würden zwar "aus den Medien erfahren, dass er sehr hart arbeitet", für den Gewerkschaftsvorsitzenden sollte dies aber auch bedeuten, dass "endlich" die Zeit für das Präsentieren von Konzepten wäre.

Konzepte gefordert 

Grünbichler erinnert daran, dass es bereits einige Konzepte für den Herbst an den Schulen geben würde. "Wir brauchen ein gutes Luftmanagement in den Klassenräumen", erklärt er. Dafür benötigt man Luftreinigungsanlagen. Diese müssten auch erst beschaffen werden bzw. die Bedingungen in den Räumen angepasst werden. Hierfür würde man ein "Investitionskonzept" benötigen, erklärt der Gewerkschaftsvorsitzende. 

Auch das bestehende Test-System müsste laufend evaluiert werden. "Gibt es hier bessere Qualitätskontrollen, bessere Qualitätssicherung?", meint Grünbichler. Außerdem möchte er wissen, ob weiterhin drei Mal die Woche getestet werden wird und ab wann man wieder zu einer Maskenpflicht zurückkehren würde. "Das sind doch brennende Fragen, die uns alle interessieren", so der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft.

Zudem wäre es sinnvoll, meint Grünbichler, dass es zu Schulbeginn eine "Sicherheitsphase" gibt, an welchem die Schülerinnen und Schüler bereits getestet in die Schulen kommen, sowie dass das Test-Screening an den Schulen weiterhin bestehen bleibt.

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Distance Learning vermeiden

"Alle leiden unter Distance Learning", meint der Gewerkschaftsvorsitzende und will dieses deswegen so gut es geht vermeiden. "Ich denke, es sollte möglich sein, im dritten Jahr alles dran zu setzten, dass möglichst viel Präsenzunterricht stattfindet", erklärt Grünbichler. Einheitliche Maßnahmen in ganz Österreich wären wichtig.

Quelle: Redaktion / foj