Maskenpflicht in Klassen: Polaschek verweist auf Schulen und Gesundheitsminister

22. März 2022 · Lesedauer 4 min

Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) bleibt im PULS 24 Interview vage, was neue Corona-Maßnahmen an den heimischen Schulen anbelangt. Die Hauptverantwortung sieht er beim Gesundheitsministerium. Schulen könnten eine Maskenpflicht in Klassen darüber hinaus auch bereits jetzt anordnen.

Angesprochen auf die hohe Sieben-Tages-Inzidenz bei den fünf bis 14-Jährigen, welche aktuell bei 5.104,5 liegt, meint Minister Polaschek im PULS 24 Interview: "Die Inzidenzen sind generell hoch."

Dabei müsse man dazusagen, "dass wir an den Schulen extrem viel testen, dadurch finden wir wahrscheinlich auch mehr heraus als in den anderen Bereichen – das ist auch gut so", so der Minister. Polaschek hält es "für sinnvoll und richtig", dass Eltern auch wissen, ob ihre Kinder mit dem COVID-Virus infiziert sind oder nicht.

Schulen können Maskenpflicht jetzt schon verhängen

Angesprochen auf Forderungen, dass die Maskenpflicht in den Schulen wegen der hohen Ansteckungsrate wieder verschärft werden soll, gibt der Bildungsminister keine klare Antwort. Aktuell gilt die Maskenpflicht in den Schulen nur am Gang. Man prüfe die Lage allerdings "sehr genau" und ist auch "in Verbindung mit dem Gesundheitsminister".

In den Klassenzimmern kann die Maskenpflicht in Abstimmung "zwischen den Schulen und der Bildungsdirektion" ebenso angeordnet werden. Sollte man also sehen, dass "eine Maskenpflicht im Klassenzimmer notwendig" werden würde, könnte man dies bereits tun, so der Minister.

Bis Ostern bleiben die Corona-Schul-Regeln allerdings unverändert. "Wie man generell mit dem Maskentragen in den Schulen weitergehen soll – auch im Klassenzimmer – da warten wir auf dem Vorschlag des Gesundheitsministeriums, wie die generelle Lage ist und wir werden dann entsprechend bei Bedarf anpassen", erklärt Polaschek. 

Polaschek sieht Gesundheitsministerium am Zug 

Für den Bildungsminister sind die Lockerungen der Corona-Maßnahmen in den Schulen nicht zu früh gekommen: "Ich denke, sie waren richtig." Sowohl Kinder, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern als auch zahlreiche Experteninnen und Experten haben "diese Belastung" – also das Maskentragen in den Klassenräumen – an das Ministerium herangetragen.

Es gab also "nachdrückliche" Forderungen von "verschiedensten" Seiten, so Polaschek. Auch hier gab es einen regen Austausch mit dem Gesundheitsministerium– welches laut Polaschek kein Veto eingelegt hätte. Die Schülerinnen und Schüler hätten auch sehr unter der langen Tragezeit der Masken "gelitten".

Der Bildungsminister selbst hat keine konkreten Vorschläge, wie es nun in den Bildungseinrichtungen weitergehen soll. Polaschek verweist auch hier auf das Gesundheitsministerium. 

Vor einer Wochen hat Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) in einer Pressekonferenz, in welcher die neue Teststrategie des Bundes vorgestellt wurde, darauf hingewiesen, dass für die Corona-Maßnahmen an den Schulen das Bildungsministerium zuständig sei. 

Lockerungen: Eine "Befreiung" 

Der Minister ist sich nicht sicher, ob eine Wiedereinführung der Maskenpflicht im Klassenzimmer "zu einem so großem Mehrwert führt". Angesprochen auf die Maskenpflicht, welche in anderen öffentlichen Innenräumen gilt, weicht der Bildungsminister aus: "Ich weiß nicht, wie der aktuellste Diskussionsstand ist". Soweit Polaschek die Diskussion verfolgt habe, wird im Moment darüber diskutiert, ob in Innenräumen eine Maske getragen werden sollte oder ob die 3G-Regel wieder eingeführt wird. 

Keine Zahlen zu erkrankten Lehrpersonen 

Aktuelle Zahlen zu den erkrankten Lehrpersonal hat Polaschek keine. Zwar wisse man nicht "wie viele Lehrerinnen und Lehrer infiziert sind", aber es seien im Moment "187 Klassen geschlossen – von insgesamt 58.000" so der Minister. Alles in allem gebe es vier geschlossene Schulen. Diese Zahlen haben sich laut Polaschek "deutlich" gebessert". Schulschließungen seien außerdem häufig "in Kleinstschulen mit wenig Lehrpersonen" zu setzen.

Ukrainische Geflüchtete 

Auf die Frage, ob das österreichische Bildungssystem auf die geflüchteten Kinder aus der Ukraine vorbereitet sei, meint Polaschek, dass der "gesamte Schulbereich intensiv" daran arbeitet, den Kindern den "bestmöglichen Bedingungen zu geben, dass alle Kinder sehr gut aufgehoben sind". Der Minister führt aus, dass es Deutschförderklassen gäbe, ein Buddy-System eingeführt wurde – in welchem Menschen die Ukrainisch können die Geflüchteten in der neuen Umgebung unterstützen. Es werden auch zusätzlich Lehrerinnen und Lehrer aus der Ukraine angestellt und Laptops zur Verfügung gestellt.   

"An allen Ecken und Enden wird gearbeitet", erklärt Polaschek abschließend.

Jan ForoboskoQuelle: Redaktion / foj