APA/APA/AFP/DANIEL MIHAILESCU

Influencer Tate weiterhin in U-Haft in Rumänien

20. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Der britisch-amerikanische Influencer Andrew Tate und drei mutmaßliche Komplizen bleiben in rumänischer Untersuchungshaft.

Ein Gericht in Bukarest entschied am Freitag, dass der für misogyne Kommentare bekannte Tate und sein Bruder Tristan sowie zwei mutmaßliche rumänische Komplizinnen mindestens bis zum 27. Februar im Gefängnis bleiben müssen, wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax berichtete. Dagegen können die Betroffenen binnen 48 Stunden Widerspruch einlegen.

Die vier Verdächtigen wurden am 30. Dezember 2022 verhaftet, ursprünglich wurde die Untersuchungshaft bis zum 29. Jänner befristet. In Rumänien darf die U-Haft für einen Tatverdächtigen während der Strafverfolgung maximal 30 Tage dauern, sie kann aber vom Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft verlängert werden. Die Ankläger werfen den Tate-Brüdern vor, eine organisierte Verbrechergruppe gebildet zu haben mit dem Ziel, Frauen sexuell auszubeuten. Sie sollen junge Frauen dazu gezwungen haben, bei kommerziell verbreiteten Sex-Videos mitzuwirken. Bisher seien sechs Opfer ermittelt worden. Die Tate-Brüder bestreiten die Vorwürfe.

Seit 2021 im Visier der Ermittlungen

Zwischenzeitlich hat die für organisiertes Verbrechen zuständige Sondereinheit der Staatsanwaltschaft, DIICOT, die Ermittlungen ausgeweitet. Weitere Immobilien in der Hauptstadt Bukarest und Umgebung wurden durchsucht. Seit April 2021 waren die Tate-Brüder im Visier der rumänischen Ermittler. Bekannt wurde Andrew Tate 2016, als er aus der britischen Big-Brother-Show hinausgeworfen wurde, nachdem ein Video publik geworden war, in dem er eine Frau mit einem Gürtel schlägt.

Kurz vor seiner Festnahme in Rumänien hatte sich Tate via Twitter ein Scharmützel mit Klima-Aktivistin Greta Thunberg geliefert. Tate hatte mit der Zahl seiner Autos geprahlt und an Thunberg gerichtet geschrieben: "Bitte gib mir deine E-Mail-Adresse, damit ich dir eine vollständige Liste meiner Autosammlung und der enormen Emissionen schicken kann." Die Vorreiterin der weltweiten Klimaschutzbewegung Fridays for Future reagierte mit: "Ja, bitte kläre mich auf, schreib mir an [email protected]"

Quelle: Agenturen