Hitzewelle hält noch tagelang an: Tipps vom Erste-Hilfe-Experten

21. Juni 2021 · Lesedauer 3 min

Die Hitzewelle in Österreich hält vor allem im Osten an. Daniel Kaspar, Erste-Hilfe-Experte beim "Roten Kreuz", erklärt, was gegen die Hitze hilft und wie ein Sonnenstich vermieden werden kann. Angesichts der Hitzewelle will auch die Baugewerkschaft die Hitzefrei-Regel gesetzlich verankern.

Hitzewelle und Tropennächte: Passend zum Sommerbeginn zeigt sich auch das Wetter hochsommerlich. Die Hitzewelle hält zumindest bis zum Wochenende noch weiterhin an, mit Höchstwerten von bis zu 36 Grad. Nur im Westen ist es nicht mehr so heiß – in Bregenz ist der Tageshöchstwert bei "nur" 26 Grad. Generell kann es in Westösterreich zu Gewittern kommen. Im Osten ist keine Abkühlung in Sicht. Es bleibt weiterhin heiß und schwül.

"Immer viel Wasser trinken"

Gegen die Hitze hilft "wenig körperliche Betätigung, viel Schatten und viel Wasser trinken", sagt Daniel Kaspar, Erste-Hilfe-Experte beim "Roten Kreuz". Wem Wasser nicht schmeckt, der sollte bestenfalls auf "Tees und Fruchtsäfte" zurückgreifen, sagt der Experte im PULS 24 Interview. Auch das kühle Bier sei erlaubt, allerdings nur wenn es der Kreislauf zulässt und die größte Hitze vorüber ist. Kaspar empfiehlt zudem helle, luftige Kleidung zu tragen und auf den geeigneten Sonnenschutz für Kopf, Augen und Haut zu achten.

PULS 24 Reporterin Marie Salzmann hat in einem Lokalaugenschein nachgefragt, was die Österreich gegen die Hitze machen.

Erste Anzeichen für einen Sonnenstich sind laut dem Experten Kopfschmerzen, Schwindel, ein hoher Blutdruck und Übelkeit. Als Erste-Hilfe-Maßnahmen empfiehlt Kaspar, Betroffenen in den Schatten zu bringen, niedersetzen und Wasser trinken. Auch ein kühles Tuch im Nacken könne helfen. Besonders gefährdet für einen Sonnenstich seien ältere Menschen und Kinder.

Der Experte empfiehlt zudem Personen, die in der Hitze arbeiten müssen "irgendwie Schatten zu erzeugen", wie z.B. durch eine Kopfbedeckung. Viel Wasser trinken, Sonnencreme verwenden und wenn möglich zusätzliche Pausen zu machen, können ebenfalls hilfreich sein.

GBH will Hitzefrei-Regel gesetzlich verankern

Angesichts der ersten und vor allem im Osten Österreichs gleich auch ziemlich heftigen Hitzewelle des Jahres appellierte die Gewerkschaft Bau/Holz (GBH) an die Baufirmen, ihren Mitarbeitern hitzefrei zu geben. Die Hitzeregelung macht dies ab 32,5 Grad Celsius im Schatten möglich. Einen Rechtsanspruch für die Bauarbeiter gibt es aber nicht. Einen solchen fordert die GBH nun aber angesichts des Klimawandels ein.

Nur jede zweite Firma habe die Hitzeregelung 2020 genutzt. So bekamen 39.122 Bauarbeiter per Anordnung der Arbeitgeber hitzefrei, berief sich die GBH in einer Aussendung am Montag auf Statistiken der BUAK (Bauarbeiter- Urlaubs und Abfertigungskasse). GBH-Chef Josef Muchitsch verwies auf ein erhöhtes Unfallrisiko bei Hitze und appellierte weiters an die Arbeitgeber für genügend Beschattung zu sorgen. Auch auf Trinkpausen müsse unbedingt geachtet werden. "Kein Bauwerk kann so wichtig sein, dass dafür die Gesundheit der Arbeiter gefährdet wird", forderte der Gewerkschafter eine gesetzliche Verankerung der Hitzefrei-Regelung am Bau, da es "leider schwarze Schafe" gebe.

Die Hitzefrei-Grenze wurde mit 1. Mai 2019 von 35 auf 32,5 Grad Celsius gesenkt. Die GBH verweist darauf, dass diese Temperatur meist erst ab Mittag erreicht wird, hitzefrei sei daher nicht der ganze Tag. Bei Anwendung der Hitzeregelung gibt es eine Entgeltfortzahlung von 60 Prozent für den Arbeiter. Die Kosten werden dem Arbeitgeber vollständig von der BUAK refundiert.

Quelle: Agenturen / Redaktion / pea