APA - Austria Presse Agentur

Diese Klimafolgen drohen Österreich laut dem Weltklimarat

09. Aug 2021 · Lesedauer 3 min

Der neue Bericht des Weltklimarats ruft zu einer drastischen Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen auf. Sollte die Trendumkehr nicht gelingen, drohen Dürreperioden, Hitzewellen und Überschwemmungen - auch in Österreich.

Der Bericht des Weltklimarats (IPCC) prognostiziert, dass die Erde sich bei der derzeitigen Entwicklung bereits gegen 2030 - und damit zehn Jahre früher als 2018 prognostiziert - um 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erwärmen wird. UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief die "Alarmstufe Rot" aus. Klimaschutzaktivisten wie Greta Thunberg fordern die Politik zum raschen Handeln auf. Doch was für Folgen wird der Klimawandel für Österreich haben?

Der Weltklimarat-Bericht hat die Klimarisiken in einem virtuellen und interaktiven Atlas zusammengefasst. Österreich fällt in dem Atlas in die Region Zentral- und Westeuropa. Der Weltklimarat sieht folgende Klimaveränderungen auf diese Region zukommen:

Hitze

Die Temperaturen werden weiterhin steigen und Hitzewellen werden immer häufiger und intensiver. Das zeigen auch Statistiken der ZAMG. Demnach ist es hierzulande seit Beginn der Industrialisierung um rund zwei Grad wärmer geworden. Die Auswirkungen sieht man gut an den Hitzetagen mit mindestens 30 Grad. So gab es im Zeitraum 1961 bis 1990 in den meisten Landeshauptstädten Österreichs pro Jahr zwischen fünf und elf Hitzetage, die Rekordwerte lagen bei 20 Tagen. Im Zeitraum 1991 bis 2020 verzeichnete die ZAMG bereits zwischen 16 und 22 Hitzetage und die Rekorde lagen schon bei über 40.

Erreichen wir bei der globalen Erderwärmung den Schwellenwert von zwei Grad und mehr, werden auch die Dürreperioden in Österreich zunehmen. In Städten werden vor allem die Minimal- und Nachttemperaturen steigen, da sie Wärmeinseln sind.

Regen

Schon bei einem Anstieg der globalen Erderwärmung um 1,5 Grad werden die Niederschläge extremer und damit in weiterer Folge die Überschwemmungen, wie wir sie diesen Sommer erlebt haben, zunehmen. 

Die Sprecherin des Klimavolksbegehrens, Katharina Rogenhofer, sieht im PULS 24 Interview die Politik nun am Zug.

Dass diese Entwicklung in Österreich bereits im Gange ist, zeigt erneut ein Blick auf die Statistiken der ZAMG. Besonders im Sommer veränderte sich in den vergangenen Jahrzehnten auch die Verteilung der täglichen Regenmengen: Die Zahl der Tage, an denen es wenig regnet, wurden seltener. Um zehn bis 30 Prozent häufiger wurden in den vergangenen 30 Jahren hingegen Tage mit sehr viel Niederschlag. "So kommt es zur scheinbar paradoxen Tatsache, dass im Sommer sowohl die trockenen Phasen als auch die starken Regenereignisse intensiver und häufiger wurden", so die ZAMG.

Schnee

Schwerwiegende Folgen wird der Klimawandel auf einen österreichischen Volkssport, das Skifahren, haben. Bei einer weiteren Erwärmung der Erde wird die Schneedecke in den Alpen unter 1.500 Metern immer weiter zurückgehen. Viele Skigebiete ständen also vor dem Aus. Auch wird die Schneesaison kürzer werden. Ebenso werden Gletscher und Permafrost weiter zurückgehen. 

Die Klimaexpertin des WWF Österreich, Lisa Plattner, fordert "radikale Änderungen auf allen Ebenen", um weitere Klimakatastrophen zu verhindern.

Luftverschmutzung

Vom vierten Bereich werden vor allem Städte und andere Bereiche mit hoher Luftverschmutzung betroffen sein. Die Ozonwerte werden in diesen Regionen steigen.

Alexander Plank-BachseltenQuelle: Redaktion / apb