APA - Austria Presse Agentur

Corona-Check: So ist das Infektionsgeschehen im Urlaubsland

25. Juli 2021 · Lesedauer 4 min

In vielen Urlaubsorten steigen die Corona-Fälle wieder an. PULS 24 hat einen Überblick über das aktuelle Infektionsgeschehen der beliebtesten Urlaubsdomizile der Österreicher erstellt.

Für Reiserückkehrer aus Spanien, den Niederlanden und Zypern gilt nun eine PCR-Testpflicht. Das beschloss die Regierung am Samstag. Aus einen "Sommer wie damals", wie ihn Bundeskanzler Sebastian Kurz angekündigt hatte, ist wohl ein Sommer wie letztes Jahr geworden. In vielen Urlaubsorten wurden angesichts der steigenden Corona-Fälle wieder Schutzmaßnahmen eingeführt. PULS 24 hat sich angesehen, wie hoch die aktuelle Zahl der Neuinfektionen in den beliebtesten Urlaubsregionen sind.

Kroatien

In den letzten 24 Stunden (Stand: 25.07.2021) wurden 125 neue COVID-19-Fälle in Kroatien registriert. 137 Menschen sind laut der kroatischen Regierung im Krankenhaus, 13 davon an Beatmungsmaschinen. Zudem erholten sich in den letzten 24 Stunden 129 Menschen von einer Corona-Infektion.

Anfang Juli verschärfte Kroatien bereits die Einreisebestimmungen.

Besonders hoch sind die Corona-Inzidenzzahlen aber an der Adria. Angesichts dessen hat Kroatien die Vorsichtsmaßnahmen in diesem Urlaubsgebiet verstärkt. Versammlungen von mehr als 1.000 Menschen sind ab kommendem Montag (26.07) verboten - unabhängig davon, ob die Anwesenden gegen Corona geimpft sind oder eine Covid-Erkrankung überstanden haben. Das beschloss der Corona-Krisenstab der Regierung in Zagreb am Freitag.

Die neuen Beschränkungen betreffen auch die Gastronomie sowie private Zusammenkünfte, an denen nur noch bis zu 15 Personen ohne Covid-Immunitätszertifikat teilnehmen dürfen. EU-Bürger dürfen weiterhin nach Kroatien einreisen, wenn sie das EU-weit gültige Corona-Zertifikat vorlegen.

Italien

Laut den Daten der John-Hopkins-Universität wurden in Italien (Stand 24.07.2021) 5.138 Corona-Neuinfektionen am Tag gemessen. Der Absolutwert der Corona Fälle betrug bei der letzten Datenerfassung am 24. Juli laut dem italienischen Gesundheitsministeriums 4.321.673 Infektionen. Dieser Wert ist um 5.140 Infektionen gestiegen.

Die italienische Regierung hat am 22. Juli strengere Zutrittsregeln als Maßnahme zur Eingrenzung der Delta-Varianten beschlossen. Für den Zutritt zu Kinos, Museen, Theater, Sportevents, Kongresse und andere Großveranstaltungen wird künftig der Grüne Pass notwendig sein.

Die Impfbescheinigung oder einen negativen Test wird man auch vorweisen müssen, um in Innenräumen von Restaurants zu speisen. Diskotheken und Tanzlokale, die seit vergangenem August geschlossen sind, dürfen auch weiterhin nicht öffnen. Bisher wurde der Grüne Pass 40 Millionen Mal heruntergeladen, teilte Premier Mario Draghi bei einer Pressekonferenz nach der Ministerratssitzung in Rom mit.

Italiens Regierung beschloss zudem die Verlängerung des Ausnahmezustands infolge der Pandemie bis Ende 2021. Die Verlängerung des Ausnahmezustands um weitere fünf Monate sei angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Italien und der laufenden Impfkampagne notwendig.

Spanien

Seit Ende Juni sind die Corona-Zahlen praktisch überall in Spanien rapide in die Höhe geschossen. Das Land hat mit die schlechtesten Werte in ganz Europa. Binnen eines Monats wurden rund 475 000 Neuinfektionen gezählt, die Sieben-Tagen-Inzidenz stieg von 42 im Juni auf 333 am Freitag (23.07).

Auf Mallorca lag der Wert zuletzt sogar bei 365. Auch die Delta-Variante breitet sich in stark aus. In Mallorca soll sie schon 85 Prozent aller Neuinfektionen ausmachen. Auf der Urlauberinsel sollen deshalb Strände und Parks von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr geschlossen werden, um illegale Partys im Freien zu verhindern.

In der vergangenen Woche gab es im beliebten Urlaubsland laut den Daten der John-Hopkins-Universität 180.207 Neuinfektionen. Laut dem spanischen Ministerium beträgt der Absolutwert der Corona-Fälle 4.280.429 Infektionen.

Wegen des rapiden Anstiegs gilt für Heimkehrer aus Spanien nun in Österreich eine PCR-Testpflicht am Flughafen. Auch Spanien lenkt ein und rudern deshalb bei den Lockerungen der Corona-Beschränkungen zurück. In Valencia, Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und Kantabrien gelten wieder nächtliche Ausgangssperren. Auf den bei Urlaubern ebenfalls beliebten Kanaren lehnte die Justiz dies hingegen ab.

Franziska Gebert, Barchefin der Ritzi Lounge in Puerto Portals auf Mallorca, spricht über die Lage vor Ort.

Griechenland

In Griechenland sind zuletzt 2.472 Neuinfektionen registriert worden (Stand: 24.07.2021) und acht Todesfälle. Am 20. Juli verzeichnete Griechenland einen neues Rekordhoch mit 4.327 Infektionen. Demnach sind die Zahlen in den letzten Tagen wieder gesunken.

In Athen kam es zu Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen im Land. Die Menschen gehen auf die Straße, seit die Regierung angesichts steigender Infektionszahlen den Druck auf ungeimpfte Bürger verstärkt. So wurde vor zwei Wochen verfügt, dass Mitarbeiter im Pflege- und Gesundheitssektor verpflichtet sind, sich gegen Corona impfen zu lassen. Sie können sonst ohne Gehalt von ihrer Arbeit freigestellt werden. Auch dürfen geschlossene Räume im Gastro- und Kulturbereich, etwa Clubs und Theater, nur noch von Geimpften besucht werden.

Deutschland

Auch in unserem Nachbarland Deutschland steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Sonntag 1.387 weitere Positiv-Tests. Die Sieben-Tage-Inzidenz (also Zahl der Ansteckungen je 100.000 Einwohner) stieg auf 13,8 von 13,6 am Vortag. Angesichts der steigenden Zahlen wird in Deutschland über Einschränkungen für Nicht-Geimpfte diskutiert.

Hinsichtlich dieses Anstiegs hat das RKI einen Strategieplan präsentiert. Damit sollte es laut dem Institut möglich sein, Deutschland auf die steigenden Corona-Zahlen im Herbst vorzubereiten. 

Angela PerkonigQuelle: Agenturen / Redaktion / pea