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Charles III.: Krankheit, Tod, Abdankung - Gerüchte im Check

15. Sept. 2022 · Lesedauer 4 min

Die Queen ist tot, Großbritannien hat einen neuen König und das Internet spekuliert, dass es Charles III. vielleicht nicht mehr lange geben könnte. Krankheit, Todesgefahr und baldige Abdankung: Social Media macht Überstunden. Wie so oft wird auch hier fleißig viel Blödsinn verbreitet, während man das Körnchen Wahrheit suchen muss.

Millionen Menschen sitzen seit dem Tod der Queen vor dem TV-Gerät, dem PC oder mit dem Handy in der Hand und verfolgen die Berichterstattung. Es wird gepostet, geshared, kommentiert und geätzt, was die Tasten hergeben. Neben Hass auf Prinz Harrys Frau Meghan, konzentrieren sich Gerüchte und Häme auch auf den König selbst. Ob eine herrische Geste, weil ihm etwas im Weg steht, oder als ihm der Kragen platze, weil ein Stift tropfte - alles ist eine Meldung wert und wird zehntausendfach geteilt. 

Auch Charles geschwollene Hände gingen viral. Nun macht sogar eine Meldung die Runde, die Queen soll noch vor ihrem Tod dafür gesorgt haben, dass Charles nach wenigen Jahren für William abdanken muss, die Runde.  

Charles und seine "Wurstfinger"

Es dauerte nicht lang, da fielen vielen die geschwollenen, oftmals fast blau angelaufenen Hände des Königs auf. Wie jeder versierte Hobby-Hypochonder weiß, gibt es kaum ein Symptom, dass laut Dr. Google nicht baldigst zum Tod führt. Und so schreiben auch mehrere Artikel bereits das Ende oder zumindest einen schwere Krankheit bei Charles herbei. 

Beim Gesundheitszustand der Royals ist das Königshaus extrem zurückhaltend. Auch beim Tod der Queen wurden Sorgen um ihren Gesundheitszustand erst kurz vor ihrem Tod offiziell bestätigt. Bei Charles geschwollenen Fingern sollte man sich aber höchstwahrscheinlich wirklich keine Sorgen machen müssen. Schon 2012 scherzte der damalige Kronprinz selbst bei einer Australienreise über seine "Wurstfinger".

Auf alten Fotos bemerkt man immer wieder die Schwellung an den Händen. Mediziner - darunter u.a. Dr Gareth Nye im "Daily Star" - halten Wassereinlagerungen oder das zunehmende Alter - Charles ist doch schon 73 Jahre - für wahrscheinlich. Auch eine Arthritis kann sich in geschwollenen Fingern äußern. Diese kann zwar schmerzhaft sein - gerade jetzt, wo er ständig Hände schütteln muss - aber lebensgefährlich ist sie nicht. Man kann annehmen, dass Mediziner den Gesundheitszustand des Königs genau im Auge behalten, sollte etwa seine Nierentätigkeit nachlassen. 

Geheimplan der Queen: Charles muss abdanken

Laut mehreren Klatsch-Medien soll die Queen noch vor ihrem Ableben bestimmt haben, dass Charles III. nach sieben Jahren abdanken muss, um Platz für Prinz William zu machen. Vergangenes Jahr, auf Schloss Sandringham soll sie ihren engsten Vertrauten sowie Charles, Camilla, William und Kate gesagt haben, dass sie nicht sicher sei, "dass ihre Erben den Willen, die Fähigkeiten und den Charakter besitzen, um es richtig zu machen".

Hier stellen sich gleich mehrere Fragen: Wie erfuhren ausgerechnet Klatsch-Medien von dem "Geheimplan"? Und warum sollte die Queen Charles erst noch sieben Jahre auf dem Thron gönnen, um die Monarchie in den Sand zu setzen, wenn dann sowieso William übernehmen soll? 

Diesen Spekulationen stehen außerdem harte Fakten gegenüber: Eine Königswürde auf Zeit gibt es in Großbritannien nicht. Sollte Charles abdanken, wie das etwa König Edward VIII. für die verheiratete Wallis Simpson 1936 gemacht hat, muss die Entscheidung von Charles selbst ausgehen. Dieser extreme Schritt hat Charles Großvater auf den Thron gebracht und die Familie traumatisiert. Die Mutter der Queen, so sagt man, machte Simpson bis zu ihrem Tod für das frühe Ableben ihres Mannes George VI. mit nur 56 Jahren verantwortlich.

Aktuelle Informationen nach dem Tod der Queen im PULS 24 Liveblog: 

Nostradamus: Ablaufdatum für Charles, keine Chance für William

Auch der berühmte Mittelalter-Apotheker Nostradamus versetzt Royal-Fans und Verschwörungstheoretiker in Aufregung. Er soll das Ableben der Queen für 2022 vorhergesagt haben und nicht nur das: Auch Charles sagt er keine große Zukunft als König voraus. Seine Regierungszeit werde kurz, danach werde ein Mann den Thron besteigen, der nie damit gerechnet hat, König zu werden. Thronfolger William ist also aus dem Rennen, schenkt man den Prophezeiungen und der Interpretation von selbsternannten Nostradamus-"Kennern" glauben. 

Spekuliert wird also über Prinz Harry als nächster Monarch. Im Rennen ist aber noch ein zweiter: Der Australier Simon Dorante-Day behauptet, der heimliche Sohn von Charles und Camilla zu sein. Bereits 1965 sollen sie ihn gezeugt haben. Damit wäre er der Erstgeborene des Königs. 

Weltuntergang

Nostradamus-Gläubige haben aber noch ganz andere Sorgen. Der vielzitierte Prophet hat nämlich für 2022 wieder einmal den Weltuntergang vorhergesagt. So richtig primär wäre in diesem Fall die britische Thronfolge also nicht. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam