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Behörde: Wagner von Fellner sexuell belästigt

29. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Die Gleichbehandlungskommission hat in ihrer Prüfung festgestellt, dass Medienmacher Wolfgang Fellner seine ehemalige Mitarbeiterin Katia Wagner sexuell belästigt hat. Die Kommission fordert Fellner auf, einen "angemessenen Schadenersatz" zu leisten.

Katia Wagner hat von 2014 bis 2015 im Bereich von Wolfgang Fellners Mediengruppe Österreich gearbeitet. Die Mediengruppe vertreibt unter anderem die Zeitung "ÖSTERREICH". Zuletzt führte sie einen Rechtsstreit gegen ihren ehemaligen Chef im Zuge von Vorwürfen von sexueller Belästigung. "Der Standard" berichtet, dass die Gleichbehandlungskommission des Bundes nun bestätigt hat, dass es sich hier um einen Fall von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts durch eine sexuelle Belästigung nach dem Gleichbehandlungsgesetz handle. 

Der geforderte Schadenersatz von der Kommission kann indessen nur noch eine moralische Wiedergutmachung sein. Wagners Anwalt Michael Rami und Wagner selbst fordern den "ÖSTERREICH"-Chef auf "endlich Verantwortung für seine Taten zu übernehmen." Sie wollen eine  Zahlung von 10.000 Euro erreichen, die Wagner an den Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser spenden werde. Juristisch ist der Vorfall bereits verjährt.

Fellner kritisiert Behörde 

Fellner selbst sagt, die Aufforderung der Kommission sei ohne jeglicher Rechtsgrundlage. Das Verfahren sei "einseitig" geführt worden und das Prüfergebnisse wäre lediglich "eine Meinung nach Anhörung von Personen, ohne kontradiktorische Vernehmung". 

Fellner wurde bereits mehrfach der sexuellen Belästigung beschuldigt, bestritt jedoch bisher alle Anschuldigungen. Neben Katia Wagner hat auch Ex-Mitarbeiterin Raphaela Scharf Fellner wegen sexuellen Belästigung angeklagt - beide mal wurde er strafrechtlich verurteilt. Mit dem jetzt vorliegenden Bericht der Gleichbehandlungskommission sind Fellners Übergriffe auf Wagner erstmals direkt amtlich bestätigt. Für Fellner gilt juristisch weiter die Unschuldsvermutung. 

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz