Baldwins Schussunfall: Setmitarbeiter nun im Ermittler-Fokus

24. Okt 2021 · Lesedauer 3 min

Nach dem Schussunfall von Alec Baldwin, bei dem eine Kamerafrau ums Lebens kam, sind nun die Setmitarbeiter in den Fokus der Ermittler gerückt. Vor dem Unfall soll es Spannungen am Set gegeben haben.

Nach dem tödlichen Schuss des Hollywsood-Stars Alec Baldwin auf eine Kamerafrau sind die Waffenmeisterin und der Regieassistent des Filmdrehs in den Fokus der Ermittlungen gerückt. Die 24-jährige Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed war während des Drehs für die Unglückswaffe verantwortlich, Regieassistent Dave Halls soll dem Schauspieler die Waffe übergeben haben, wie US-Medien am Samstag berichteten.

Baldwin sowie der angeschossene Regisseur Joel Souza zeigten sich schockiert über den Vorfall. Der 63-jährige US-Schauspieler Baldwin hatte die Kamerafrau Halyna Hutchins am Donnerstag während der Filmarbeiten den Western "Rust" im US-Bundesstaat New Mexico versehentlich erschossen, als er eine Requisitenwaffe abfeuerte. Hutchins wurde in den Oberkörper getroffen und wenig später im Krankenhaus für tot erklärt. Regisseur Souza erlitt eine Schulterverletzung und musste behandelt werden.

Unglückswaffe war als "kalte Waffe" gekennzeichnet

US-Medien zitierten am Samstag aus einem vorläufigen Untersuchungsbericht, dass Waffenmeisterin Gutierrez-Reed die Waffe vorbereitet habe. Zusammen mit zwei anderen habe sie diese auf einen Wagen gelegt.

Der erfahrene Regieassistent Halls reichte Baldwin den Berichten zufolge die Unglückswaffe während der Probe für eine Szene mit dem Hinweis, dass es sich um eine "kalte Waffe" handle. Im Filmjargon bedeutet dies, dass sie keine scharfe Munition enthält. Halls "wusste nicht, dass die Waffe mit scharfer Munition geladen war", heißt es im Polizeibericht.

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Auf am Samstag veröffentlichten Aufnahmen des Notrufs nach dem Unglück sagte eine Mitarbeiterin am Set: "Wir haben zwei Menschen, die versehentlich mit einer Requisitenwaffe angeschossen wurden. Wir brauchen sofort Hilfe." Auf die Frage, ob die Waffe mit echter Munition geladen gewesen sei, sagte sie: "Das kann ich Ihnen nicht sagen." Sie beschimpfte jedoch den Regieassistenten und erklärte: "Dieses Arschloch von Regieassistent, der mich beim Mittagessen angeschrien hat... Er sollte die Waffen kontrollieren, er ist verantwortlich für das, was am Set passiert."

Spannungen am Set

Laut einem Bericht der "Los Angeles Times" hatte es wenige Stunden vor dem tödlichen Unfall Spannungen am Set gegeben. Sechs Mitglieder des Filmteams verließen demnach aus Ärger über die Arbeitsbedingungen die Dreharbeiten. Dem Bericht zufolge hatte auch Hutchins bessere Sicherheitsmaßnahmen gefordert.

"Keine Worte können meinen Schock und meine Trauer angesichts des tragischen Unfalls zum Ausdruck bringen, der das Leben von Halyna Hutchins genommen hat", erklärte Baldwin am Freitag, der offenbar nicht wusste, dass die Waffe geladen war. "Es bricht mir das Herz für ihren Mann, ihren Sohn, und alle, die Halyna gekannt und geliebt haben." Baldwin sicherte den Ermittlungsbehörden seine umfassende Kooperation zu.

Souza äußerte sich am Samstag gegenüber der Filmwebsite "Deadline". Er sei "am Boden zerstört über den Verlust seiner Freundin und Kollegin". Sie sei ein "fürsorglicher, lebendiger und unglaublich talentierter Mensch" gewesen. Die 42-jährige aus der Ukraine stammende Hutchins war 2019 vom Branchenmagazin "American Cinematographer" als eines der aufstrebenden Nachwuchstalente an der Kamera ausgewählt worden.

Die Regeln für den Gebrauch von Requisitenwaffen an Drehorten sind üblicherweise sehr streng. Trotzdem gab es auch in der Vergangenheit schon tragische Unfälle. Der bekannteste dieser Fälle ist der Tod des Schauspielers Brandon Lee im Jahr 1993. Der Sohn des Kampfsport-Stars Bruce Lee starb damals am Set des Films "The Crow" durch einen Bauchschuss.

Quelle: Agenturen