Laut Hilfsorganisationen
Naher Osten: Humanitäre Situation eskaliert wegen Iran-Krieg
Tausende Menschen seien auf der Flucht, ohne Telefonverbindung und Kontakt zu ihren Familien. Allein im Libanon sei die Zahl der Flüchtlinge auf über 700.000 Menschen angestiegen, erinnerte das Rote Kreuz am Dienstag.
Ihre Angehörigen in Österreich und anderen Staaten seien besorgt und bangten um das Leben ihrer Familienmitglieder.
Angst und Erschöpfung bei Betroffenen
Die Diakonie Katastrophenhilfe startet für die Opfer der Kriegsfolgen im Libanon und in Gaza humanitäre Nothilfe. Familien müssten ihr Zuhause und ihren Besitz verlassen und in sichere Landesteile fliehen, teilte die Hilfsorganisation in einer Aussendung am Dienstag mit. Die Gesundheits- und Wasserversorgung stehe vor dem Kollaps, die Seuchengefahr steige und medizinische Evakuierungen seien stark beeinträchtigt.
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Diakonie-Direktorin Moser ist besorgt hinsichtlich einer "eklatanten Lücke in der öffentlichen Aufmerksamkeit", hieß es in der Aussendung. "Das Thema humanitäre Hilfe kommt in der Berichterstattung kaum vor", so Moser weiter. Beim Beginn des Ukraine-Kriegs sei das ganz anders gewesen, dabei "führt doch jeder Krieg zu humanitären Katastrophen".
"Es herrscht allerorts Angst, Erschöpfung und große Unsicherheit". Gleichzeitig stößen die aufnehmenden Gemeinden und staatlichen Stellen zunehmend an ihre Belastungsgrenzen. "Die Menschen im Libanon brauchen jetzt vor allem Schutz, Sicherheit und konkrete humanitäre Unterstützung. Viele Familien haben innerhalb kürzester Zeit alles verloren und wissen nicht, wohin sie gehen sollen", so Moser. "Die internationale Gemeinschaft darf sie in dieser Situation nicht alleinlassen."
Unterstützung durch das Rote Kreuz
Das Rote Kreuz bietet den Angehörigen der Flüchtigen nach eigenen Angaben die Möglichkeit, durch das internationale Family-Links-Netzwerk kurze Botschaften, so genannte "Anxious for News"-Anfragen, zu schicken. Das libanesische Rote Kreuz, der Iranische Rote Halbmond und das Israelische Magen David Adom seien weiterhin im Dauereinsatz, hieß es in einer Aussendung des Österreichischen Roten Kreuzes vom Dienstag. Verletzte würden versorgt, psychosoziale Unterstützung geboten, Lebensmittel und Medizin bereitgestellt und Flüchtlinge in Notunterkünften untergebracht.
Der Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes, Gerald Schöpfer, appellierte einmal mehr an alle Konfliktparteien, das Humanitäre Völkerrecht einzuhalten: "Menschen bangen jeden Tag um ihr Überleben!" Es gelte, "unnötiges Leid für die Zivilbevölkerung zu vermeiden!".
Der UNICEF-Vertreter in Afghanistan, Tajudeen Oyewale appelliert bei der heutigen Pressekonferenz in Genf: "Kinder benötigen besondere Aufmerksamkeit, insbesondere jene, die ohne Begleitung sind. Ihr Wohl muss oberste Priorität haben, und es muss angemessene Unterstützung bereitgestellt werden - einschließlich Maßnahmen zur Suche nach Angehörigen und zur Familienzusammenführung, wo dies erforderlich ist."
Video: Iran kämpft ums Überleben
Zusammenfassung
- Die humanitäre Situation im Nahen Osten ist nach Angaben von Hilfsorganisationen aufgrund des Iran-Krieges weiter eskaliert.
- Tausende Menschen seien auf der Flucht, ohne Telefonverbindung und Kontakt zu ihren Familien.
- Allein im Libanon sei die Zahl der Flüchtlinge auf über 700.000 Menschen angestiegen, erinnerte das Rote Kreuz am Dienstag.
- Ihre Angehörigen in Österreich und anderen Staaten seien besorgt und bangten um das Leben ihrer Familienmitglieder.
