Linzer ärztliche Leiterin: Triage wird in Oberösterreich kommen

17. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

In Oberösterreich bereitet man sich auf die kommende Triage vor. Das sei schwer für Ärzte und Personal, die mit den Entscheidungen leben müssen. Oberärztin Elisabeth Bräutigam ist sicher, "am Ende des Tages wird sich auch die Politik verantworten müssen".

Die Aussage einer Pflegekraft aus Oberösterreich, dass Corona-Tote "wegen Überfüllung am Gang abgestellt werden" mussten, hält die ärztliche Leiterin des Ordensklinikums Linz für "absolut realistisch". Elisabeth Bräutigam schildert im PULS 24 Interview, dass das schon in der Vergangenheit der Fall gewesen wäre. "Das erinnert mich ganz stark an den Herbst letztes Jahr". Sie glaubt auch, dass das in Zukunft wieder passieren wird. 

"Bereiten uns auf Triage vor"

Noch gebe es Kapazitäten in Oberösterreich auf den Intensivstationen, aber "auch wir bereiten uns bereits auf eine Triage vor". Sie werde auch kommen, auch wenn im Bundesland noch kein Triage-Team gebildet worden sei, wie das in Salzburg der Fall ist.

Bei einer Triage müsse man auch schon bei der Aufnahme den Zustand des Patienten nach etwaigen Grunderkrankungen und Lebenserwartung beurteilen. Man müsse abschätzen, ob, im Falle des Überlebens, eine Chance besteht, dass sich der Patient wieder erholen kann. 

Man sei es gewohnt zu triagieren. Bei Massenunfällen zum Beispiel müsse man auch entscheiden, bei wem Überlebenschancen gegeben seien. "Wir können das", sagt Bräutigam. Man hätte auch Ethiker, Psychologen und Juristen im Team. Zurzeit bereite man sich darauf vor. Solche Entscheidungen seien allein sehr schwer zu treffen, das müsse im Team geschehen. 

"Politik wird sich verantworten müssen"

Diese schweren Entscheidungen gehe auf Lasten der Ärzte. "Es sind wir, die belastet sind und nicht schlafen können und mit den Entscheidungen umgehen können müssen." Es sei wichtig und richtig, dass Mediziner die Entscheidung über Leben und Tod treffen, aber "am Ende des Tages wird sich auch die Politik verantworten müssen, für das, was passiert ist". 

Das Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber von Impfskeptikern gehe auf Lasten des Personals. Die Stimmung in der vierten Welle sei so schlecht wie nie zuvor. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam