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Chinas neue Corona-Hoffnung: Remdesivir zum Schlucken

03. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Chinesische Wissenschafter gehen davon aus, dass der zum Schlucken geeignete Wirkstoff Remdesivir für Risikopatienten so gut ist wie das im Westen bekannte Paxlovid.

Bei in die Höhe springenden Zahlen an Covid-19-Erkrankungen in China wäre gerade jetzt eine wirksame medikamentöse Therapie besonders wichtig. Chinesische Wissenschafter wollen jetzt mit einer zum Schlucken geeigneten Form des Wirkstoffs Remdesivir keine schlechteren Ergebnisse als mit dem im Westen bekannten Paxlovid (Pfizer) in der Behandlung von Risikopatienten belegt haben.

Bisher nur in Spitälern

Remdesivir als Hemmstoff des Virus-Polymerase-Enzyms von SARS-CoV-2 und verwandten Coronaviren war eines der ersten Arzneimittel gegen Covid-19. Dessen Verwendung ist allerdings bisher wegen der alleinigen Verfügbarkeit als Infusion auf Krankenhäuser beschränkt. Für die Verhinderung schwerer Krankheitsverläufe standen deshalb vor allem die oral einnehmbaren Medikamente Paxlovid (Nirmatrelvir-Ritonavir, Proteasehemmer) und Molnupiravir zur Verfügung.

Weltweit wurde jedenfalls nach Möglichkeiten gesucht, Wirkstoffvarianten von Remdesivir zu entwickeln, die sich für die tägliche Einnahme via schluckbarer Darreichungsformen (Kapseln, Tabletten) eignet. Das chinesische Pharmaunternehmen Junshi Biosciences (Shanghai) hat das geschafft. In der weltweit angesehenen Medizin-Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" erschien vor wenigen Tagen eine Wirksamkeitsstudie der Phase III.

Ergebnis lässt hoffen

Das Ergebnis: "Unter Erwachsenen mit milder bis moderater Covid-19-Erkrankung und einem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf war VV116 (orales Remdesivir; Anm.) nicht schlechter als Nirmatrelvir-Ritonavir (Paxlovid; Anm.) bei der Zeitspanne bis zu einer anhaltenden Genesung - allerdings mit weniger Nebenwirkungen", schrieben Zhujun Cao (Shanghai Jiao Tong University School of Medicine) und die Co-Autoren.

Chinas Wirtschaft leidet

China wird momentan von einer massiven Corona-Welle heimgesucht, die mittlerweile auch die Wirtschaft belastet. In den Industriebetrieben und im Dienstleistungssektor der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt trübte sich die Stimmung ein. Der am Dienstag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex (PMI) des chinesischen Wirtschaftsmagazins "Caixin" für die Industrie sank im Vergleich zum Vormonat von 49,4 auf 49,0 Punkte.

Der Indexwert, der die Stimmung in eher kleineren und mittleren Unternehmen der Privatwirtschaft wiedergibt, sank damit weiter unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten, was auf einen Rückgang der Wirtschaftstätigkeit hindeutet.

Quelle: Agenturen / Redaktion / koa