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WKO warnt: Viele Bäckereien wegen Energiepreisen vor Aus

30. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Die stark gestiegenen Preise für Gas und Strom bringen die heimischen Bäckereien immer stärker unter Druck. "Die Energiekosten sind bis zu zehn Mal höher als letztes Jahr. Viele Bäckereien denken daran, für immer zu schließen", so der Innungsmeister des WKÖ-Bundesverbands der Bäcker, Josef Schrott.

Viele Kolleginnen und Kollegen seien verzweifelt - zehntausende Euro Mehrkosten könne man an der Theke einer kleinen Bäckerei nicht verdienen.

Das Bäckergewerbe benötigt viel Energie für den Betrieb der Backöfen und Teigkühler. Für einen kleinen, regionalen Bäckerei-Nahversorger mit "vergleichsweise sehr günstigen Energie-Verträgen" seien die Kosten rasant von 17.600 Euro auf 54.000 Euro im Jahr gestiegen, hieß es von der Bundessparte Gewerbe und Handwerk.

Die Gaspreise sind laut WKÖ seit Jahresbeginn von 2,9 Cent pro kWh (Gas) auf 23 bis 28 Cent (je nach Vertrag) bzw. 38,3 Cent am Spotmarkt gestiegen. Strom habe sich im selben Zeitraum von 5 Cent auf 20 bis 70 Cent (je nach Anbieter und Vertrag) verteuert. Auch der Preis für Getreide und Mehl hat sich in den vergangenen Monaten stark erhöht. Der Weizenpreis an der Warenterminbörse Euronext in Paris lag zuletzt bei 330 Euro je Tonne, ein Plus von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt.

Kosten unverschuldet und unvermeidlich

"Diese exorbitanten Kostensteigerungen können unsere Betriebe nicht einfach auf die Kundschaft überwälzen", sagte die WKÖ-Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der WKÖ, Renate Scheichelbauer-Schuster. "Diese Belastungen sind unverschuldet und unausweichlich. Die von der Energiekostenexplosion betroffenen Betriebe bräuchten "jetzt eine rasche Entlastung und einen Energiekostenzuschuss".

Aufgrund der KV-Lohnerhöhungen im Oktober und stark gestiegener Preise für Energie, Rohstoffe und Verpackungsmaterial rechnet der Vertreter der Bäcker in der Wirtschaftskammer Oberösterreich, Reinhard Honeder, mit einem Preisanstieg bei Backwaren von etwa zehn Prozent.

Der ÖVP-Bauernbund betonte in einer Reaktion auf die angekündigte Erhöhung der Brotpreise in Oberösterreich, dass die "Landwirtschaft nicht Kostentreiber" bei Brot sei. "Der Bauernanteil bei einem Kilo Brot liegt bei mageren 35 Cent oder umgerechnet zehn Prozent. Im Vorjahr waren es gar nur sieben Prozent", so Bauernbund-Präsident Georg Strasser.

Bei einer Semmel habe der Bauernanteil im Vorjahr 1,9 Cent oder 5,75 Prozent betragen, heuer seien es trotz starken Preisanstiegen für Dünger, Treibstoff und andere Betriebsmittel 2,4 Cent oder 7,27 Prozent. "Der Kostentreiber ist definitiv nicht die Landwirtschaft", betonte Strasser.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam