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Teuerung

Spritpreise: Kritik an schneller Steigerung durch Iran-Krieg

Heute, 11:16 · Lesedauer 3 min

Die Preise an den heimischen Zapfsäulen sind unmittelbar nach Ausbruch des Iran-Kriegs in die Höhe geschnellt. Diesel verteuerte sich zwischen Sonntag und Mittwoch laut aktuellen Angaben der E-Control um mehr als sechs Prozent, Superbenzin um mehr als 13,3 Prozent - Tendenz steigend.

Aufrgund der militärischen Eskalation im Nahen Ostn kam es zu einer faktischen Schließung der Straße von Hormuz. Rund 20 Prozent des weltweit verschifften Öls, unter anderem von den Förderländern Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak, Kuwait und dem Iran, werden durch die Meerenge transportiert. 

Mehrere Reedereien stoppten am Wochenende den Verkehr durch die Passage. Brent-Öl verteuerte sich daraufhin um mittlerweile etwa 16 Prozent. Am Dienstag wurde bei 85,12 Dollar zeitweise der höchste Stand seit Juli 2024 erreicht.

Kritik an Preissteigerung

Die schnelle und spürbare Reaktion an den heimischen Tankstellen auf den gestiegenen Rohölpreis kann AK-Experte Daniel Witzani-Haim jedoch nicht nachvollziehen. 

"Ich glaube, dass die Lager hier durchaus noch günstigere Preise hergeben würden. Und was man sich vor Augen führen muss, in Österreich wird mehr als die Hälfte des verwendeten Benzins und Diesels vor Ort von der OMV raffiniert. Wir haben außerdem in der Vergangenheit schon gesehen, dass Raffinerien bei Preissteigerungen teilweise ihre Margen erhöhen konnten", sagte Witzani-Haim am Donnerstag im Ö1-"Morgenjournal". 

Er sieht die Preiskommission gefordert, im Rahmen der laufenden Sonderprüfung zu Treibstoffpreisen ein Auge auch auf die Entwicklungen der vergangenen Tage zu werfen.

Mit Stand Mittwoch kostete laut E-Control Diesel im Schnitt 1,799 Euro (Sonntag: 1,552 Euro) und Superbenzin 1,689 Euro (Sonntag: 1,490 Euro) pro Liter. Schon im Februar sei es zu Spritpreissteigerungen gekommen, der Aufwärtstrend setze sich nun mit Beginn der Kampfhandlungen deutlich fort, hieß es zuletzt seitens des ÖAMTC. Das Wirtschaftsministerium will die Spritpreisentwicklung prüfen lassen.

Tankstellenbetreiber: Orientieren uns an den Märkten

Tankstellenbetreiber wie Turmöl halten dem entgegen, dass man sich lediglich an den Treibstoffbörsen orientieren würde, sagte Unternehmenschef Jürgen Stichenwirth zum ORF-Radio. 

"Wir spüren natürlich die steigenden Preise, an denen orientieren wir uns. Die Preise, die wir durch die Krise in Nahost sehen an den Märkten, vor allem an der Rotterdamer Börse, sind einfach stark gestiegen."

Auch den Vorwurf, Tankstellen würden für zuvor billiger gekaufte Reserven zu viel Geld verlangen, will der Firmenchef zumindest für sein Unternehmen nicht gelten lassen: "Wir verfügen nur über das, was wir unter dem Boden in der Tankstelle haben, das ist relativ schnell verbraucht." Vom ÖAMTC heißt es, dass andere Anbieter mehr Spielraum bzw. eigene Raffineriekapazitäten hätten.

Maßnahmen gefordert

Rufe nach staatlichen Eingriffen in die Spritpreise werden laut. "Die Mehrwertsteuer und Mineralölsteuer müssen runter, und die CO2-Steuer ersatzlos gestrichen werden", fordert etwa FPÖ-Chef Herbert Kickl am Donnerstag in einer Aussendung. 

Die Mineralölsteuer macht bei dem an den Zapfsäulen angezeigten Dieselpreis 26 Prozent aus, die CO2-Steuer 9 Prozent und die Umsatzsteuer 17 Prozent. Beim Super-Benzinpreis beträgt die Mineralölsteuer 33 Prozent, die CO2-Steuer 8 Prozent und die Umsatzsteuer ebenfalls 17 Prozent.

"Dieser drastische Anstieg ist nicht nachvollziehbar", kritisierte auch ÖGB-Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth in einer Aussendung am Donnerstag. 

Ihrer Ansicht nach muss die Option einer Margenregelung geprüft werden. Die von der Regierung angekündigte Treibstoffmarkt-Untersuchung sei ein "längst überfälliger Schritt".

Video: Iran-Krise: Regierung plant Energiepreis-Bremse

Zusammenfassung
  • Die Preise an den heimischen Zapfsäulen sind unmittelbar nach Ausbruch des Iran-Kriegs in die Höhe geschnellt.
  • Diesel verteuerte sich zwischen Sonntag und Mittwoch laut aktuellen Angaben der E-Control um mehr als sechs Prozent, Superbenzin um mehr als 13,3 Prozent - Tendenz steigend.