Ökonomin: Hälfte des OMV-Gewinns gehört sowieso Ministerium

29. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

WU-Ökonomin Sigrid Stagl meint, es gebe zwar einige gute Ideen, wie man Rekordgewinne der teilstaatlichen Energieunternehmen abschöpfen könne, aber diese gehören zum Teil sowieso der Republik. Der Rest gehöre Aktionär:innen - ein Konflikt mit dem Aktiengesetz droht.

OMV und Verbund können sich in Zeiten stark steigender Gaspreise über Rekordgewinne freuen. Die OMV verkündete am Donnerstag, ihren Gewinn zu verdoppeln.

Schon im Mai brachte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) die Idee, Gewinne abzuschöpfen ins Spiel, ruderte aber, als u.a. die Aktien des Verbund abstürzten, wieder zurück. Nun werden die Rufe nach Gewinnabschöpfung lauter. Man könne darüber nachdenken, meint WU-Ökonomin Sigrid Stagl im PULS 24 Interview, einige gute Ideen lägen auf dem Tisch.

Hälfte der OMV-Gewinne gehören Republik

Die Gewinne gehören aber sowieso zum Teil dem Finanzministerium. Weil die Firmen teilstaatlich sind, sei das bei der OMV ein Drittel, beim Verbund die Hälfte. Bei dem Teil, der den Aktionär:innen gehört, müsse man aufpassen, dass man nicht mit dem Aktiengesetz in Konflikt gerät, warnt Stagl.

Die OMV überhaupt zu verstaatlichen, wie das etwa SPÖ-NÖ-Chef Franz Schnabl vorschlug, findet sie nicht sehr "produktiv" in der aktuellen Lage. Dafür, so die Ökonomin, müsse der Staat die Aktien an der Börse aufkaufen oder das Unternehmen zwangsverstaatlichen.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam