APA - Austria Presse Agentur

ÖBAG-Führung ernannt: Edith Hlawati wird neue Alleinvorständin

27. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Die Staatsholding ÖBAG kürte am Freitag in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung einen neuen Alleinvorstand.

Die Wirtschaftsanwältin Edith Hlawati ist heute, Freitag, zur Alleinvorständin der Staatsholding ÖBAG bestellt worden. Die Entscheidung in der heutigen Aufsichtsratssitzung sei einstimmig gefallen, hieß es von der Österreichische Beteiligungs AG zur APA. Hlawati folgt damit Thomas Schmid nach, der aufgrund von kompromittierender Chats vorzeitig von seinem Amt zurückgetreten ist.

Hlawati, die in Medien bereits als Favoritin kolportiert wurde, hat sich damit gegen die vier anderen Kandidaten auf der Short List durchgesetzt. Neben ihr war auch der Siemens-Österreich-CEO Wolfgang Hesoun (61) in der engeren Auswahl. Die Juristin bringt viel Erfahrung für den Job mit. Sie berät die ÖBAG schon lange und ist Vorsitzende des Aufsichtsrates bei der Post und der Telekom Austria. Sie gilt als ÖVP-nahe und ist Partnerin der Wiener Kanzlei Cerha.

Derzeit führt noch Christine Catasta die Geschäfte der ÖBAG interimistisch. Die Staatsholding verwaltet die Staatsanteile an heimischen Börsenschwergewichten wie der OMV, Post und Telekom Austria.

Blümel gratuliert

In einer Aussendung gratulierte Finanzminister Gernot Blümel der neuen ÖBAG-Chefin Hlawati zur Bestellung: "Mit Edith Hlawati wird künftig eine renommierte Expertin und erfahrene Managerin an der Spitze der ÖBAG stehen." Hlawati sei "eine ausgewiesene Kapitalmarktexpertin mit internationaler Erfahrung", heißt es weiter. Er freue sich auf die künftige Zusammenarbeit, sagte Blümel.

Blümel dankte auch ÖBAG-Direktorin Christine Catasta, dass sie die interimistische Führung der ÖBAG übernommen habe.

SPÖ sieht "intransparenten Hinterzimmer-Deal"

Weniger erfreut über die Bestellung von Hlawati zeigte sich SPÖ-Klubvizeobmann Jörg Leichtfried. "Nach dem Debakel um Tom Schmid, der als Teil der türkisen Familie von Kanzler Kurz auf den ÖBAG-Sessel gehievt wurde, wäre jetzt eine absolut transparente Bestellung notwendig gewesen", montiert Leichtfried. Dies sei jedoch nicht geschehen. Vielmehr "gab es erneut eine von der ÖVP dirigierte und vorher abgemachte Bestellung".

Leichtfried kritisierte auch, dass Hlawati die "dringend benötigte Erfahrung im Industriemanagement" fehle. Weiters bemängelte er, dass die von Experten geforderte Doppelspitze nicht eingeführt wurde.

Er forderte deshalb in einer Aussendung eine "Runderneuerung" der ÖBAG. Es brauche eine verpflichtendes öffentliches Hearing für alle Kandidaten, eine Gehaltsdeckelung für den Vorstand und ein Privatisierungsverbot.

Quelle: Redaktion / koa