Martin Grasslober erklärt hohe Spritpreise in Österreich

27. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

Im PULS 24 Interview nennt Martin Grasslober, ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexperte, die Gründe für die Sprit-Rekordpreise an Österreichs Tankstellen.

Für eine 50-Liter-Tankfüllung zahlt man in Österreich aktuell knapp 20 Euro mehr als vor einem Jahr. Die hohen Spritpreise haben laut ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexperte Martin Grasslober viel mit der Corona-Krise zu tun, da der Ölpreis während der Pandemie deutlich gesunken ist. Dies habe sich im letzten Jahr an den Zapfsäulen ausgewirkt, der Preis war dementsprechend niedrig.

Doch auch im Vergleich zum Preisniveau von 2019 zahlen Österreicher aktuell neun Euro mehr pro 50-Liter-Tankfüllung. Die Durchschnittspreise liegen bei 1,40 Euro pro Liter an den Tankstellen, auf der Autobahn sogar bei 1,80 Euro pro Liter. Grund dafür seien laut Grasslober vor allem die weltweite Nachfrage nach Öl, die momentan stark steigt. Das Angebot kann mit der Nachfrage nicht mithalten, die Konjunktur "brummt". Auch die steigenden Gaspreise seien ein Grund dafür, warum Öl im Moment stark nachgefragt wird.

Spritpreis hat große Auswirkungen auf tägliches Leben

Allerdings setzt sich der Spritpreis nicht nur aus dem Ölpreis zusammen, sondern auch zu knapp 50 Prozent aus Steuern, wie der Mineralölsteuer und der Umsatzsteuer. Mit der CO2-Bepreisung, die ab Juli 2022 eingeführt wird, geht Grasslober von einer erneuten Preissteigerung von acht Cent pro Liter bei Benzin aus. Damit nähert man sich den Höchstständen des Spritpreises aus dem Jahr 2012.

Der Spritpreis habe enorme Auswirkungen auf viele Bereiche des Lebens. Daher sei es legitim, dass man einen genauen Blick auf die Preise richte, so der Experte. Österreich hänge weiterhin stark vom Ölpreis ab, was die Mobilität aber auch das tägliche Leben betrifft. Grasslober betont auch, dass in Österreich trotz Steuerreform und CO2-Bepreisung das Tanken billiger bleiben wird als in Deutschland.

Maximilian PatakQuelle: Redaktion