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Deutschland: Appelle zum Gassparen wirken nicht

06. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, warnte am Donnerstag: "Der Gasverbrauch ist auch letzte Woche zu stark angestiegen."

Laut Zahlen der Aufsichtsbehörde lag der Gasverbrauch der privaten Haushalte und kleineren Gewerbekunden in der 39. Kalenderwoche mit 618 Gigawattstunden fast 10 Prozent über dem durchschnittlichen Verbrauch der Jahre 2018 bis 2021.

Gasnotlage droht

Auch der Verbrauch der Industriekunden lag laut Bundesnetzagentur in der vergangenen Woche mit 1.370 Gigawattstunden nur noch gut 2 Prozent unter dem Niveau der Vorjahre. Deutschland werde eine Gasnotlage im Winter ohne mindestens 20 Prozent Einsparungen im privaten, gewerblichen und industriellen Bereich kaum vermeiden können, betonte Müller. "Die Lage kann sehr ernst werden, wenn wir unseren Gasverbrauch nicht deutlich reduzieren."

Heizbedarf deutlich gestiegen

Das Vergleichsportal Verivox sieht den Hauptgrund für den Mehrverbrauch bei den Konsumenten allerdings in der vergleichsweise kalten Witterung im September. Da die Heizsaison des vergangenen Jahres sehr mild begonnen habe, sei der Heizbedarf für einen Musterhaushalt im Einfamilienhaus im Vergleich deutlich gestiegen - um 81 Prozent.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes lag das Temperaturmittel in diesem September um 0,4 Grad unter dem Durchschnitt der Vergleichsperiode 1991 bis 2020. Teilweise ging es sogar in den Frostbereich. Meßstetten auf der Schwäbischen Al, meldete am 20. September mit minus 1,8 Grad Celsius die tiefste Septembertemperatur. Außerdem war es mit rund 100 Litern pro Quadratmeter der niederschlagsreichste September seit 2001.

Die privaten Haushalte und kleineren Gewerbekunden sind in Deutschland für rund 40 Prozent des Gasverbrauchs verantwortlich. Die übrigen 60 Prozent entfallen auf die großen Industriekunden.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp