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Gewessler zu Gasspeichern: "Guter Polster", obwohl Gas großteils nicht Österreich gehört

04. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Österreich hat früher als geplant den nötigen Gasspeicherfüllstand von 80 Prozent erreicht. Energieministerin Leonore Gewessler (Grünen) blickt optimistisch in diesen Winter, man müsse allerdings die Entwicklungen im Auge behalten.

"Die Versorgungssicherheit in Österreich ist derzeit weiter sichergestellt. Es ist aber auch klar, die aktuellen Umstände bleiben herausfordernd", sagt Gewessler im "Ö1-Morgenjournal". Mit 80 Prozent Gasspeicherfüllung habe Österreich "einen guten Sicherheitspolster für diesen Winter".

Nur 7 von 76 TWh Gas gehört Österreich

Doch das Gas in den österreichischen Speichern gehört nicht automatisch den heimischen Haushalten und der Industrie. Lediglich sieben der aktuellen 76 Terawattstunden (TWh) seien Gas von Österreich für Österreich, teilt das Ministerium mit. Es handelt sich um den ersten Teil der strategischen Gasreserve von 20 TWh.

Bis 1. November würden die gesamten 20 TWh zur Verfügung stehen. Bis dahin würden sie kontinuierlich eingespeichert werden. Große Mengen würden sich bereits in den Speichern befinden, aber sie seien noch nicht vollständige gefüllt, da im Oktober noch eingespeichert wird.

Keine Energielenkung und Sparmaßnahmen

Dank den "gut gefüllten Speichern" bräuchte es laut Gewessler auch keine Energielenkung. Der Staat greift damit nicht in die Gasversorgung ein und verteilt Gas nicht nach Priorität. Haushalte müssen jedoch nicht mit verpflichtenden Energiesparmaßnahmen rechnen. Allerdings gelten für Haushalte weiterhin die Energiespar-Empfehlungen der Aktion "Mission 11", so Gewessler.

Für die Energieminister bleibt trotzdem die Frage offen, wie sich die anderen Variablen verhalten werden: "Haben wir einen außergewöhnlich kalten Winter? Ist der Gasverbrauch enorm hoch oder schaffen wir es gemeinsam, Gas zu sparen? Wie schaut der internationale Gasmarkt aus? Welche Mengen kommen nach Europa?" Es würden laut Gewessler einfach "sehr viele Variablen zusammenkommen."

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz