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Auch für die Kroaten wird der Euro erst einmal zum "Teuro"

04. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Viele Händler:innen in Kroatien nutzen die Euro-Einführung als Gelegenheit für satte Preisaufschläge.

Seit 1. Jänner 2023 wird in Kroatien nicht mehr mit Kuna, sondern mit Euro gezahlt. Viele Unternehmer:innen, vor allem in der Gastronomie, im Einzelhandel sowie Dienstleistende, nutzen den Währungswechsel für kräftige Preiserhöhungen. Und das sorgt für Kund:innenenproteste und Krisen- und Sondersitzungen, berichtet "Die Presse".

"Kein Grund für Preiserhöhung"

Der Wechsel von Kuna zu Euro sei "kein Grund für die Erhöhung der Preise für Waren und Dienstleistungen", betont währenddessen Kroatiens Ministerpräsident Andrej Plenković. Zum Schutz der Konsument:innen "vor ungerechtfertigten Preiserhöhungen" rief Plenković schon am Wochenende Vertretende der zuständigen Ministerien, des Zolls und der Finanzinspektion zu einer Krisensitzung zusammen.

Cappuccino um zwei Euro

Noch vor der Euro-Einführung hatte die kroatische Führung versichert, es werde zu keinen nennenswerten Preisschüben kommen. Verärgerte Konsument:innen berichten jedoch nun davon, dass in einigen Cafés für einen Cappuccino um ursprünglich zwölf Kuna (1,60 Euro) nun zwei Euro verlangt werden. Manche Friseur:innen sollen für einen Herrenschnitt statt 60 Kuna (knapp acht Euro) nun zehn Euro verlangt haben.

Vermehrte Polizeiinspektionen im Einzelhandel

Wenn es "in Einzelfällen" zum Bruch der von der Regierung vorgegeben Aufrundregeln komme, sei dies bedauerlich, so Martin Evačić, der Chef von Kroatiens Einzelhandelsverband. Den Vorwurf, dass auch große Einzelhandelsketten die Euro-Einführung zu massiven Preiserhöhungen nutzen, weist Evačić jedoch zurück. Man dürfe außerdem den "Inflationsdruck von über 13 Prozent" nicht außer Acht lassen, "der bei Nahrung und Getränken sogar über 19 Prozent beträgt".

Die Händler:innen "versuchen, die Kunden zu betrügen", kritisiert hingegen Wirtschaftsminister Davor Filipović. Vermehrte Polizeiinspektionen im Einzelhandel sollen die Preisanstiege in Zukunft verhindern. "Meine Botschaft an alle, die die Währungsumstellung auf Kosten der Bürger ausnutzen wollen: Sie werden damit nicht durchkommen", betont Filipović.

Quelle: Redaktion / ddj