Pacult äußert sich erneut kritisch zu Rangnicks ÖFB-Engagement

25. Mai 2022 · Lesedauer 3 min

Im PULS 24-Interview mit Phillip Hajszan bleibt Peter Pacult bei seiner Meinung in Sachen ÖFB-Teamchef. Er hätte eine österreichische Lösung bevorzugt, dennoch müssen man Rangnick die Chance geben, "um Kritiker verstummen zu lassen."

Wenn er das Wort RB-Stil hört komme ihm "das Kotzen." Peter Stöger und Andi Herzog müssen sich "verarscht vorkommen" und Ralf Rangnick sei "wie ein Professor, der andere belehren will.": Peter Pacult nahm sich vor wenigen Wochen in einem Interview in der "Kronen Zeitung" kein Blatt vor der Mund. Kaum jemand im österreichischen Fußballgeschäft übte so scharfe Kritik an der Bestellung des scheidenden Manchester United-Coaches. 

Im PULS 24-Interview tritt Pacult zwar etwas auf die Bremse, bleibt inhaltlich jedoch bei seiner Meinung: "Mein erste Reaktion war: "Schade, wieder kein Einheimischer." Man müsse dem Deutschen nun aber die Gelegenheit bieten, "die Kritiker verstummen zu lassen", fügt Pacult im Interview mit Phillip Hajszan im PULS 24-Sportstudio an. Der aktuelle Austria Klagenfurt-Coach sieht in der Bestellung Rangnicks auch Potential. Dieser könne im ÖFB einiges bewegen - auch abseits vom Sportlichen.

Pacult: "Arbeit als Trainer haben bei Red Bull Andere gemacht"

Die Lobeshymnen auf die Entwicklung des Red Bull-Fußballimperiums will Pacult erneut nicht durchgehen lassen: "Er war dort der Architekt. Die Arbeit als Trainer haben Andere gemacht. Man wird sehen, wie das jetzt beim Nationalteam funktioniert." Pacult streicht die Verdienste seiner Trainerkollegen Adi Hütter oder Roger Schmidt (Salzburg) bzw. Ralph Hasenhüttl oder Alex Zorninger (Leipzig) hervor.  Dass der ÖFB Rangnicks Wünsche und Forderungen akzeptiert, ist für Pacult Grundvoraussetzung: "Alles andere wäre eine Farce." Der ÖFB muss bereit sein für Veränderungen. "Sonst hätten sie ihn nicht holen können." In dieselbe Kerbe schlägt auch Horst Heldt.

Heldt: "Zeit, um entspannt Zeitung zu lesen ist für ÖFB-Funktionäre vorbei"

Kritik an Dragovic-Verzicht 

Den Prozess der ersten Kaderbekanntgabe, die in Abstimmung mit mehreren Personen im ÖFB geschah, weil Rangnick bis zum letzten Wochenende noch als Trainer von Manchester United aktiv war, mutet für Pacult "etwas komisch" an. Die Nicht-Nominierung von Aleksandar Dragovic kann sich der Ex-Rapid-Meistertrainer nicht erklären: "Dragovic ist vielleicht ein kleines Opfer. Ich weiß jetzt nicht, wer ihn auf seiner Position ersetzen wird. Das sind Aufgaben von Ralf und seinem Trainerteam."

Abschließend hat Pacult noch ein paar versöhnliche Worte für jenen Mann, der ihn 2012 in Leipzig als Trainer vor die Tür setzte, parat: "Ich bin der Erste, der gratulieren wird, wenn das aufgeht. Man kann Ralf Rangnick nur alles Gute wünschen. Schließlich wäre das auch im Sinne des österreichischen Fußballs."

Pacult liebäugelt mit Sollbauer-Transfer

In seiner eigenen Trainerkarriere läuft es für Peter Pacult nach mehreren erfolgslosen Auslandsstationen wieder nach Wunsch. In seiner ersten vollen Saison mit Austria Klagenfurt schaffte der Aufsteiger den Sprung ins Meister-Playoff und beendete die Saison auf Rang sechs. Die Kaderplanung für die kommende Spielzeit ist bereits voll im Gange. Mit Patrick Greil muss der Coach einen seiner Schlüsselspieler zu seinem Ex-Klub, Rapid Wien, ziehen lassen. Im PULS 24-Sportstudio liebäugelt Pacult mit der Kärnten-Rückkehr eines alten Bekannten. Michael Sollbauer, dessen Vertrag in Dresden sich nach dem Abstieg in die dritte Liga automatisch auflöst, sei "ein interessanter Spieler", so Pacult. 

 

Pacult: Sollbauer für Austria Klagenfurt "ein interessanter Spieler"

Maximilian PatakQuelle: Redaktion / mpa