ÖPC boykottiert Eröffnungsfeier in Verona
Para-Skifahrer Michael Scharnagl und Para-Snowboarder Markus Schmidhofer sowie zwei Betreuer hätten nach Verona reisen sollen. Am Donnerstag entschied sich die österreichische Delegation dagegen. "Bei der IPC-Generalversammlung haben wir gegen die Wiederaufnahme der russischen und weißrussischen Committees gestimmt, mussten die demokratische Entscheidung aber mittragen. Nach mehreren Diskussionen hat sich gezeigt, dass ein Boykott der Eröffnungsfeier in diesem Fall ein deutliches Signal für die Solidarität mit der Ukraine sein kann", erklärte ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat in einer Aussendung.
Österreich schließt sich damit dem Boykott von unter anderem Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Niederlande, Polen und Tschechien an. Das Internationale Paralympische Komitee hatte am Mittwoch - offiziell aus logistischen Gründen - bekanntgegeben, dass keine Athletinnen und Athleten als Fahnenträger ihrer Länder auftreten, sondern Freiwillige diese Rolle übernehmen. Bereits davor hatte das ÖPC angekündigt, sein vorgesehenes Fahnenträger-Duo Veronika Aigner und Markus Salcher lediglich per Video zuzuschalten. Das bereits aufgezeichnete "Pre-Recording" mit Aigner und Salcher wird bei der Eröffnungsfeier im TV zu sehen sein.
"Wir hoffen, dass damit auch die Diskussion um diese Frage beendet ist und sich in den nächsten zehn Tagen die gesamte Aufmerksamkeit auf den Sport und den fairen Wettkampf konzentriert. Das hätten sich die Athlet:innen verdient", betonte Rauch-Kallat.
Zusammenfassung
- Das Österreichische Paralympische Committee boykottiert gemeinsam mit mindestens acht weiteren Nationen die Eröffnungsfeier der Paralympischen Spiele am Freitag im römischen Amphitheater in Verona.
- Mit diesem Schritt protestiert das ÖPC gegen die Teilnahme russischer und weißrussischer Sportler und zeigt damit Solidarität mit der Ukraine; betroffen sind zwei Sportler und zwei Betreuer aus Österreich.
- Das Fahnenträger-Duo Veronika Aigner und Markus Salcher wird lediglich per Video zugeschaltet, nachdem das Internationale Paralympische Komitee bereits angekündigt hatte, dass keine Athlet:innen als Fahnenträger auftreten.
