APA - Austria Presse Agentur

Messi bleibt nun doch beim FC Barcelona

04. Sept 2020 · Lesedauer 4 min

Lionel Messi bleibt beim FC Barcelona. Der sechsmalige Weltfußballer ist mit seinem Vorhaben gescheitert, den Club in diesem Sommer vor Ablauf seines Vertrages zu verlassen. Messi bestätigte am Freitag im Interview mit "goal.com", dass er auch in der kommenden Saison für Barca spielen wird. In einem Jahr kann er aber den Verein ablösefrei verlassen.

Lionel Messi bleibt beim FC Barcelona. Der sechsmalige Weltfußballer ist mit seinem Vorhaben gescheitert, den Club in diesem Sommer vor Ablauf seines Vertrages zu verlassen. Messi bestätigte am Freitag im Interview mit "goal.com", dass er auch in der kommenden Saison für Barca spielen wird. In einem Jahr kann er aber den Verein ablösefrei verlassen.

Vereinspräsident Josep Bartomeu habe ihm klargemacht, dass er jetzt nur bei Aktivierung der im Vertrag festgeschriebenen Ablöseklausel hätte wechseln können, sagte der 33-Jährige. Die beträgt nach Medienberichten 700 Millionen Euro. "Und das ist unmöglich", sagte Messi.

"Die andere Option war, dass ein Richter es klärt. Aber ich würde niemals gegen Barca vor Gericht ziehen, weil es der Club ist, den ich liebe. Der mir alles gegeben hat, seit ich hierherkam. Es ist der Club meines Lebens", erklärte der Argentinier. Gegen die Clubführung feuerte der Star aber eine Breitseite ab. "Das von (Präsident Josep Maria) Bartomeu geführte Management ist ein Desaster."

Messi betonte, er habe dem Club und dem Präsidenten schon vor langer Zeit mitgeteilt, dass er wechseln wolle. "Sie wissen das seit dem Beginn der vergangenen Saison. Ich habe es ihnen in all den vergangenen zwölf Monaten gesagt. Aber ich bleibe, denn ich will keinen Krieg vor Gericht."

Das Bleiben bis zum Vertragsende wird Messi freilich finanziell versüßt. Er erhält einen Loyalitätsbonus von 63 Millionen Pfund (70,78 Mio. Euro) und verlässt Barcelona im Sommer 2021 ablösefrei.

Messi hatte am 25. August den Verantwortlichen mitgeteilt, dass er den Club verlassen wolle. Messi berief sich auf eine Klausel in seinem Vertrag, die es ihm erlauben sollte, einseitig zu kündigen und sogar ablösefrei zu wechseln. Die Frist war jedoch zu diesem Zeitpunkt schon abgelaufen, Messi berief sich auf eine Verlängerung der Frist wegen der in der Pandemie verlängerten Saison. Sein Vertrag gilt noch bis Ende Juni 2021.

Der Verein machte von Beginn an klar, dass er den argentinischen Superstar nicht ziehen lassen wollte. Nur für die festgeschriebene Ablösesumme hätte er wechseln können. Als heißester Kandidat war Manchester City mit dem ehemaligen Barcelona-Trainer Pep Guardiola gehandelt worden.

Messi hatte sich öffentlich seit dem desaströsen 2:8 im Viertelfinale der Champions League gegen den FC Bayern am 14. August nicht mehr geäußert. "Die Situation nach der Pleite in Lissabon war extrem hart", gab er nun zu. "Wir wussten zwar, dass Bayern ein starker Gegner ist, aber wir hätten nicht gedacht, dass es so endet. Dass wir für den Club und die Stadt ein so schlechtes Bild abgeben."

Er habe zwar "immer gesagt", dass er seine Karriere in Barcelona beenden wolle. Ein "sehr schwieriges Jahr" habe ihn aber umgestimmt, erklärte Messi. "Ich litt viel - im Training, in den Spielen, in der Kabine." Die Pleite gegen die Bayern sei "nicht der alleinige Auslöser" gewesen. "Ich hatte schon sehr lange darüber nachgedacht. Und der Präsident hat mir immer versichert, dass ich am Ende der Saison entscheiden könne, ob ich gehen oder bleiben will." Am Ende habe Bartomeu "sein Wort nicht gehalten".

Messis Vater und Manager Jorge Messi (62) hatte die Gespräche mit den Vereinsverantwortlichen geführt. Bei einem Treffen am Mittwoch mit Bartomeu war es zu keiner Annäherung gekommen.

Messi spielt seit 2000 für den FC Barcelona. Er gewann mit den Katalanen unter anderem viermal die Champions League und zehnmal die spanische Meisterschaft. In der vergangenen Saison blieb der FC Barcelona ohne Titel. Der neue Trainer Ronald Koeman hat Medienberichten zufolge bereits angekündigt, Messi nicht mehr die früheren Privilegien einräumen zu wollen.

Quelle: Agenturen