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Infantino will Rot für Spieler, die vor Gegner Mund bedecken

Heute, 10:08 · Lesedauer 2 min

FIFA-Präsident Gianni Infantino fordert im Kampf gegen Rassismus Maßnahmen mit abschreckender Wirkung. Dabei im Fokus: Spieler, die beim Ansprechen ihrer Gegner die Hand vor den Mund halten. "Wenn ein Spieler seinen Mund bedeckt und etwas sagt und dies rassistische Folgen hat, dann muss er natürlich vom Platz gestellt werden", sagte Infantino im Sky-Interview nach der Versammlung der internationalen Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) in Wales.

"Das ist etwas, das ich ohnehin nicht verstehe: Warum muss ein Spieler seinen Mund zudecken, wenn er etwas zu einem anderen Spieler sagt?", so Infantino. Man müsse in so einem Fall davon ausgehen, dass der Spieler auf dem Platz etwas gesagt hat, was er nicht gesagt haben sollte. Für Infantino ist die Sache klar: "Wenn man nichts zu verbergen hat, hält man sich beim Sprechen nicht den Mund zu. So einfach ist das."

Die IFAB war mit dem Thema befasst, nachdem es im Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon zu einem mutmaßlichen Rassismus-Vorfall gekommen war. Lissabons Profi Gianluca Prestianni soll den Brasilianer Vinicius Junior als "Affe" bezeichnet haben. Der Benfica-Profi bestreitet das, er hatte sich in der Szene das Trikot vor den Mund gezogen. Das Gremium, das am Wochenende bereits weitreichende Regelreformen beschlossen hatte, arbeitet im Hintergrund an Maßnahmen für Fälle dieser Art. Infantino kündigte an, dass neue Bestimmungen schon bei der WM Anwendung finden könnten.

Zusammenfassung
  • Das International Football Association Board (IFAB) hat sich mit dem Thema befasst, nachdem Benficas Gianluca Prestianni beschuldigt wurde, Vinicius Junior rassistisch beleidigt zu haben, was er bestreitet und dabei das Trikot vor den Mund zog.
  • Infantino kündigte an, dass neue Bestimmungen gegen solche Vorfälle bereits bei der nächsten Weltmeisterschaft zur Anwendung kommen könnten.