HOG

Bisher 59 bestätigte Omikron-Fälle, Boostern soll auch für 12-Jährige möglich werden

14. Dez. 2021 · Lesedauer 3 min

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) gab am Dienstag einen Überblick, wie sehr die Omikron-Variante in Österreich verbreitet ist. Sie sei ansteckender als Delta, 59 Fälle gibt es bisher. Außerdem wird der Booster für 12-Jährige empfohlen, Novavax steht vor der Zulassung.

Man wisse schon vieles über die neue Virusvariante, aber noch nicht genug, begann der Gesundheitsminister seinen Überblick. Vor allem, ob die Variante zu schwereren Verläufen führe, sei noch nicht bekannt, sie sei aber ansteckender als Delta.

Das Wesen eines Virus sei es, dass es sich anpasst. "Gerade dann, wenn wir auf einem guten Weg sind, es einzudämmen", sagte Mückstein. Das mache die Planbarkeit seit fast zwei Jahren schwierig, man sei aber besser geworden, sich anzupassen. 

59 bestätigte Fälle

"Österreich hat rasch reagiert", sagte Mückstein und zählte verschärfte Einreisebestimmung und Kontrollen auf. Das sei wichtig, weil frühere Virusvarianten gezeigt hätten, das rasches Handeln unumgänglich sei. Auch auf europäischer Ebene habe die Zusammenarbeit gut funktioniert. Die verschärften Quarantäneregeln bei Omikron-Verdachtsfällen gehören dazu: Für sie gilt eine 14-tägige Quarantäne ohne freitesten, auch für Geimpfte und Genesene.

Bisher gibt es 59 bestätigte Omikron-Fälle in Österreich. 40 davon seien mittels PCR-Test festgestellt worden, zehn sind sequenziert. In Wien gibt es sechs bestätigte Fälle - bisher gab es in der Hauptstadt 32 Verdachtsfälle.

Auffrischung vor Weihnachten, Boostern für Jugendliche

Mückstein appelliert an die Bevölkerung: "Wir können mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass Auffrischungsimpfungen einen guten Schutz gegen Omikron bieten". Daher solle man sich die Auffrischungsimpfung noch vor dem Weihnachtsfest holen. Abstandhalten, Kontaktreduktion und Händewaschen sei immer noch wichtig. Voraussichtlich am Mittwoch soll das Nationale Impfgremium die Booster-Impfung auch für Jugendliche ab 12 Jahren empfehlen.

Virologe Andreas Bergthaler gab im Anschluss einen Überblick über den Stand der Forschung: "Die Wissenschaft hat so schnell reagiert wie noch nie zuvor", betonte er zunächst. Am 23. November sei Omikron in Südafrika entdeckt worden, drei Tage später sei sie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend eingestuft worden. Mittlerweile gibt es zwei wichtige Erkenntnisse: Zweifachgeimpfte haben einen schwächeren Schutz, Dreifachgeimpfte oder geimpfte Genesene hätten einen besseren Schutz. Das ergab ein Test im Labor. 

Lockdown war "gutes Timing"

Nun müsse man mehr über den Verlauf der Krankheit herausfinden. Erste Daten aus Südafrika deuteten auf schwächere Verläufe hin, so Bergthaler. Aber: Das seien nur vorläufige Daten aus einem Land mit hoher Durchseuchung. In dieser Hinsicht sei der Lockdown in Österreich zu einem guten Zeitpunkt gekommen - Omikron habe sich nicht so schnell verbreitet.

Gesundheit Österreich GmbH-Geschäftsführer Herwig Ostermann betonte, dass nicht bekannt sei, wie sich Omikron auf die Intensivstationen auswirke. Dort sei noch immer einer angespannte Situation, weil die Belegung langsamer sinke als die Neuinfektionen. Bald werde Omikron das Fallgeschehen bestimmen, man wisse nicht, wie sich das auf die Spitalsbelegung auswirken werde.

Novavax vor Zulassung

Die Generaldirektorin für Öffentliche Gesundheit Katharina Reich bittet Johnson & Johnson, aber auch Astra Zeneca-Geimpfte ihre drei Impfungen in Anspruch zu nehmen. Wenn man zu Weihnachten "seine Liebsten" treffe, solle man sich vorher testen, appelliert sie. Bald werde es auch in den Bundesländern mehr PCR-Tests geben, kündigte sie an. Mit Novavax erwarte man noch diese Woche die Zulassung eines neuen Impfstoffs. Vielleicht kommen die ersten Lieferungen noch im Dezember.

Quelle: Redaktion / koa