European League of Football startet mit "Battle of Austria"

02. Juni 2022 · Lesedauer 4 min

Österreichs Parade-Football-Clubs Raiders Tirol und die Vienna Vikings geben am Sonntag ihr Debüt in der European League of Football (ELF) und treffen gleich zum Saisonauftakt im Innsbrucker Tivoli-Stadion (ab 15:00 Uhr , live auf PULS 24) aufeinander. Der "Battle of Austria" wird für die beiden Liga-Neulinge zu einer ersten Standortbestimmung.

Raiders-Headcoach Kevin Herron zeigte sich selbstbewusst: "Das Saisonziel ist Klagenfurt." Dort findet das Meisterschaftsfinale statt. Im Gegensatz zur Austrian Football League (AFL), wo die B-Kader der Innsbrucker und Wiener zum Einsatz kommen und Meister Tirol noch sieglos auf dem letzten Platz grundelt, starten die heimischen Rivalen in der ELF mit ihren Einser-Garnituren. "Ich glaube, das wird ein ganz guter Gradmesser für die Liga, wo wir stehen. Wir versuchen, unser Zeug gut zu machen und Raiders-Football zu spielen", sagte Meistermacher Herron im APA-Gespräch mit Blick auf das Vikings-Match.

"Neuland für alle"

Ähnlich sieht man das beim Gegner. "Das ist Neuland für alle. Wir wollen in der Liga ankommen und konkurrenzfähig sein", meinte Vikings-Cheftrainer Chris Calaycay bei einem Medientermin.

Beide Teams haben ihre Kader für die ELF kräftig aufgerüstet. "Sonst haben wir zwei bis drei Amis rekrutiert und das war es. Jetzt haben wir 22 neue Spieler - Österreicher plus Europäer plus Amerikaner. Das war schon um einiges mehr Arbeit", so Herron. Angeführt werden die Raiders weiter von US-Quarterback-Routinier Sean Shelton sowie der starken Wide-Receiver-Gruppe rund um Kapitän Adrian Platzgummer (dem älteren Bruder von New-York-Giants-Runningback Sandro) und Philipp Haun, Neuzugang von den Danube Dragons mit Starpotenzial.

Für die Runningback-Position haben die Innsbrucker US-Import Logan Moragne verpflichtet, "da erwarten wir viel", so Herron. Auch die Defensive wurde gezielt verstärkt. Safety Tony Anderson aus Frankreich hat US-College-Erfahrung und war in Trainingscamps von NFL-Teams. Auf Quarterback-Jagd gehen die neuen Defensive Liner Derrick Brumfield aus den USA und der Deutsche Niklas Gustav.

Vikings mit neuem Quarterback

Auch die Vikings schöpften das maximal erlaubte Kontingent von vier Spielern aus Übersee aus und vertrauen auf einen neuen US-Quarterback. Jackson Erdmann ist erst seit kurzem in Wien und muss eine neue Offense lernen und führen. "Das ist meine erste Erfahrung, Football in Europa zu spielen. Ich bin sehr aufgeregt, aber die Vikings sind ein tolles Team", erklärte Erdmann.

Ihm zur Seite sollte US-Passempfänger Weston Carr gestellt werden, aber der 25-jährige Neuzugang erlitt in der Vorbereitung eine Schulterverletzung und fällt die ganze Saison aus. Daher drehte sich das Spielerkarussell der Vikings diese Woche noch einmal auf Hochtouren, um für Ersatz zu sorgen. Die vielen Neuverpflichtungen haben das Wettbewerbsniveau kräftig angehoben, freut sich Calaycay: "Der Kader ist tiefer, die Trainings intensiver, das macht uns als Team besser."

Zwölf Teams, fünf Nationen, ein Ziel

In der zweiten Saison der ELF sind zwölf Teams aus fünf Nationen am Start, die auf drei Divisions aufgeteilt werden. Die Raiders und die Vikings gehören zur Central Division, ebenso wie Titelverteidiger Frankfurt Galaxy und Stuttgart Surge. Insgesamt gibt es zwölf Matches in 14 Wochen für alle ELF-Teams, gespielt wird im Wesentlichen nach NFL-Regeln. Die drei Gruppensieger sowie der beste Zweitplatzierte qualifizieren sich für das Play-off-Halbfinale, das Finale steigt am 25. September im Wörthersee-Stadion in Klagenfurt.

Dorthin will Herron mit den Raiders. "Das ist die Erwartungshaltung bei uns, wir sind sehr erfolgsverwöhnt. Wir werden Woche für Woche versuchen, Siege zu sammeln, so dass wir uns in diese Position bringen können." Bei den Vikings hält man sich mit großen Ansagen zurück. "Wir wollen allen zeigen, was Football 'made in Austria' bedeutet. Wenn uns das ins Meisterschaftsfinale führt, umso besser", erklärte Calaycay.

Esume lobt Raiders und Vikings

ELF-Commissioner Patrick Esume traut beiden österreichischen Teams einiges zu. "Die Vikings und die Raiders haben den Football in Österreich in den letzten zehn Jahren dominiert und ich bin davon überzeugt, dass sie ihre Qualität auch auf der internationalen Bühne unter Beweis stellen und direkt eine gute Rolle spielen werden."

Esume: "Haben das "Who is Who" des europäischen Football am Start"

Wie die NFL ist die ELF als Franchise-Modell organisiert. Das bedeutet, es gibt keine Ab- und Aufsteiger, jedoch weitere Expansionen. Langfristig sollen in der ELF 24 Teams aus zehn bis zwölf Nationen spielen.

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Quelle: Agenturen / Redaktion / mpa