APA/APA/AFP/STR

Selenskyj erstmals seit Kriegsbeginn in Ostukraine

29. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Erstmals seit Beginn des Krieges in der Ukraine hat Staatschef Wolodymyr Selenskyj den Osten des Landes besucht.

Sein Büro veröffentlichte am Sonntag im Messengerdienst Telegram ein Video, das Selenskyj mit einer kugelsicheren Weste in Charkiw und Umgebung zeigte. Der Staatschef kündigte an, "in Charkiw und allen anderen Städten und Dörfern, über die das Böse hereinbrach", würden die zerstörten Häuser wieder aufgebaut. Er sagte, das Land "bis zum letzten Mann" zu verteidigen.

"In diesem Krieg versuchen die Besatzer, wenigstens irgendetwas als Ergebnis herauszupressen", so Selenskyj. "Aber sie müssten schon lange begriffen haben, dass wir unser Land bis zum letzten Mann verteidigen werden. Sie haben keine Chance. Wir werden kämpfen und wir werden in jedem Fall siegen."

Selenskyj dankt Soldaten 

Die verbreiteten Videoaufnahmen zeigten Selenskyj dabei, wie er Soldaten auszeichnete, die zerstörte Infrastruktur in Charkiw inspizierte, aber auch von der russischen Armee zurückgelassene ausgebrannte Militärfahrzeuge besichtigte. Selenskyj dankte den Soldaten für ihren Einsatz. "Ich bin grenzenlos stolz auf unsere Verteidiger. Jeden Tag kämpfen sie unter Einsatz ihres Lebens für die Freiheit der Ukraine", so der Präsident.

Gouverneur Oleh Synehubow berichtete Selenskyj, dass in Charkiw und Umland noch 31 Prozent des Territoriums unter russischer Kontrolle sind. Die ukrainische Gegenoffensive im April und Mai habe zur Befreiung von fünf Prozent des Gebiets beigetragen, sagte Synehubow.

Zerstörte Umgebung 

Wenige Stunden nach dem Besuch von Selenskyj sind in der hart umkämpften Stadt Charkiw einem Reuters-Reporter zufolge mehrere Explosionen zu hören gewesen. Über dem Nordosten der Stadt war eine schwarze Rauchwolke zu sehen.

In Charkiw und Umgebung seien 2.229 Gebäude zerstört worden, sagte der ukrainische Präsident, der sich seit Beginn des Krieges am 24. Februar in der Hauptstadt Kiew aufgehalten hatte.

Im Fokus 

Zu Beginn ihres Angriffskrieges hatten die russischen Streitkräfte Charkiw beinahe täglich bombardiert. Mit der Verlegung russischer Einheiten in andere Regionen im Osten und Süden des Landes kehrte in Charkiw etwas Ruhe ein, auch wenn der Ostteil der Großstadt immer wieder beschossen wird.

Quelle: Agenturen