APA - Austria Presse Agentur

Strache-Kandidatin Kohl gefeuert

13. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

Aufgrund von "antisemitischen Äußerungen" auf einer Demo wurde Christina Kohl von der AUA entlassen.

Heinz-Christian Strache präsentierte Christina Kohl als junge, motivierte Frau. Sie selbst präsentierte sich auf Demos mit Sätzen wie "Kurz muss weg, Soros muss weg, Rothschild muss weg" und bediente eindeutig antisemitische Verschwörungstheorien. Das sieht zwar Heinz-Christian Strache im PULS 24 Interview anders und sagt: "Die Frau Christina Kohl hat keine antisemitistischen Äußerungen zum Besten gegeben. (siehe Video unten, Anm.)" Dafür zieht ihr ehemaliger Arbeitgeber Konsequenzen, wie der "Kurier" berichtet.

Die Zeitung zitiert aus einem Schreiben des Personalchefs: "Eine Mitarbeiterin von Austrian Airlines hat im Rahmen ihres politischen Engagements öffentlich antisemitische Äußerungen getätigt. (…). Hier müssen wir jedoch eine ganz klare Grenze ziehen."

Für die AUA gibt es daher nur eine Möglichkeit für den Umgang mit Kohl: Kündigung.

Denn dieses "Verhalten ist unentschuldbar, und Aussagen dieser Art sind mit unseren Firmenwerten in keinster Weise zu vereinbaren. Wir haben daher entsprechende Maßnahmen gesetzt, um sicherzustellen, dass so etwas nicht wieder vorkommt."

Keine Mitarbeiterin mehr

Ein Sprecher der Austrian Airlines bestätigte am Donnerstag, dass Christina Kohl keine Mitarbeiterin der Fluglinie mehr sei. Zu den "genauen arbeitsrechtlichen Maßnahmen" konnte der Sprecher aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Stellung nehmen. Ihm sei aber wichtig festzuhalten, dass es keinen Zusammenhang mit Kohls Kandidatur für das "Team HC Strache" gibt. "Der Grund sind die antisemitischen Äußerungen im Video, das in den Medien kursiert."

Höbart: Gefeuert, weil sie für Strache antritt

Laut Team-HC-Strache-Generalsekretär Christian Höbart ist Kohl fristlos entlassen worden, wie er in einer Aussendung mitteilte - wobei er den Grund allerdings woanders, nämlich im Antritt für Strache, ortete. Für ihre Aussagen in besagten Demo-Video verteidigte Höbart die Kandidatin: "Nur weil eine meinungsgefestigte, kritische, junge Frau die Corona-Maßnahmen als überzogen kritisiert, den Rücktritt von Kurz fordert, die linksextreme Antifa und Soros kritisiert und dem globalen Großkapitalismus skeptisch gegenübersteht, ist sie noch lange keine Corona-Leugnerin oder Antisemitin. Nein, sie ist eine lupenreine Demokratin, die ihr Recht auf Meinungsfreiheit und politisches Engagement wahrnimmt und dafür binnen 24 Stunden nach Bekanntgabe ihrer Kandidatur fristlos gekündigt wurde."

Heinz-Christian Strache verteidigt Christina Kohl im PULS 24 Interview. Ebenfalls werden Ausschnitte von Demos, auf denen Kohl die Aussagen getätigt hat, gezeigt.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe