AFP

Vucic schließt Anerkennung des Kosovo aus

13. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hat am Dienstag eine "direkte oder indirekte" Anerkennung des Kosovo, solange er darauf Einfluss habe, ausgeschlossen.

Vucic werde nicht auf den legitimen Kampf für staatliche und nationale Interessen und auf die Achtung des internationalen Rechts verzichten, sagte er im Parlament. Am Dienstag stand dort eine Debatte zum Kosovo auf dem Programm. Serbiens Präsident meinte laut Medienberichten allerdings auch, dass es gelte, realistische Lösungen anzubieten. Eine Realpolitik könne nicht auf Mythen beruhen, so Vucic.

Wünsche der Bürger sind "unrealistisch"

Die Staatspolitik habe sich zuletzt davon leiten lassen, was im Konflikt von der Bevölkerung gewünscht und andererseits auch tatsächlich möglich gewesen sei. "Die Wünsche der Bürger sind unrealistisch und maximalistisch, während die Möglichkeiten sehr gering sind", so der serbische Präsident.

Serbien lehnt es nach wie vor ab, die im Februar 2008 verkündete Unabhängigkeit des Kosovo, seiner ehemaligen Provinz, anzuerkennen. Das Parlament befasst sich heute mit dem Regierungsbericht über den Verlauf des EU-vermittelten Normalisierungsdialoges zwischen Belgrad und Prishtina seit Mitte Juni 2021.

Kosovo: "Gefahr ist nah"

Vucic unterstrich vor dem Parlament auch, dass Serbien nicht daran beteiligt sei, die Krise in den Kontakten zum Kosovo "künstlich" zu fördern. "Die Gefahr ist nah, objektiv und ernst. Serbien hat auf keine Art und Weise an der Förderung der Krise teilgenommen. Wir sind konsequent auf Dialog ausgerichtet", unterstrich Vucic ferner.

In den Beziehungen zwischen Belgrad und Prishtina gab es zuletzt Spannungen wegen der Einreisedokumente. Unter EU-Vermittlung wurde diese Mitte August überwunden.

Quelle: Agenturen / ddj