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Serbiens Präsident hegt Zweifel an Zuverlässigkeit des Kosovo

29. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hegt auch nach jüngsten Fortschritten generelle Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit des Kosovo.

Er glaube nicht, dass die Regierung in Pristina an "einem ernsthaften Gespräch oder einem ernsthaften Dialog" interessiert sei, sagte Vucic der Nachrichtenagentur Reuters am Montag in Belgrad. Vielmehr denke das Kosovo, es könne seine Interessen mit Hilfe des Westens durchsetzen.

Streit beigelegt

Er vertraue aber darauf, dass die Länder, die "die sogenannte Unabhängigkeit des Kosovo schützen", die Regierung in Pristina davon überzeugten, den Konflikt nicht weiter anzuheizen. Nach EU-Angaben vom Wochenende haben Serbien und das Kosovo ihren Streit über Einreisedokumente beigelegt. Bei einem von der EU vermittelten Dialog habe sich Serbien bereit erklärt, spezielle Ein- und Ausreisedokumente für Personen mit Pässen des Kosovo abzuschaffen, erklärte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell.

Das Kosovo habe zugesichert, solche Papiere für Personen mit serbischen Passen nicht einzuführen. Alle Bürger würden mit ihren jeweiligen Ausweisen nun frei zwischen dem Kosovo und Serbien reisen können. Noch nicht gelöst ist dagegen der Konflikt über die Anerkennung von Autokennzeichen, bei dem die Zeit wegen einer vom Kosovo gesetzten Frist drängt.

Vucic: Serbien diene als eine Art Stellvertreterkrieg

Das muslimisch geprägte Kosovo hatte 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Während Serbien das Kosovo unverändert als seinen Landesteil betrachtet, erkennen Österreich eine Mehrheit der UN-Staaten die Republik Kosovo an. Serbiens Verbündete Russland und China tun dies nicht. Vucic sagte im Reuters-Interview, Serbien diene dem Westen einerseits sowie China und Russland andererseits als eine Art Stellvertreterkrieg. "Darüber gibt es keinen Zweifel."

Serbien ist Beitrittskandidat der Europäischen Union, pflegt aber weiter enge Beziehungen vor allem zu Moskau. So hat die Regierung in Belgrad den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zwar verurteilt, sich den westlichen Sanktionen bisher aber nicht angeschlossen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz