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Scholz und Macron sagen Selenskyj weiterhin Hilfe zu

10. Okt. 2022 · Lesedauer 3 min

Nach den jüngsten Raketenangriffen auf die Ukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron telefoniert.

Der Kanzler habe Selenskyj dabei die Solidarität Deutschlands und der anderen G7-Staaten zugesichert, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Montag in Berlin. Die G7-Staaten werden am Dienstagnachmittag in einer gemeinsam Videoschaltung mit Selenskyj beraten.

Deutschland werde alles tun, um zusätzliche Hilfe zu mobilisieren und bei der Reparatur der beschädigten Infrastruktur zu helfen. Die deutsche Bundesregierung verurteile die russischen Angriffe auf das Schärfste, betonte Hebestreit.

Frankreich stellt militärische Ausrüstung in Aussicht

Auch Frankreich sicherte der Ukraine seine volle Unterstützung zu und stellte mehr Hilfe auch bei der militärischen Ausrüstung in Aussicht. Das habe Präsident Macron in einem Telefonat mit Selenskyj bekräftigt, teilte das Präsidialamt in Paris mit. Selenskyj schrieb auf Twitter, Thema des Dringlichkeitsgespräches seien die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung, die Notwendigkeit einer harten europäischen und internationalen Reaktion sowie ein erhöhter Druck auf Russland gewesen. "Frankreich steht zur Ukraine", betonte Selenskyj.

Tschechien: "Zynismus und Barbarei"

Auch andere Staaten verurteilten die russischen Raketenangriffe auf mehrere ukrainische Städte scharf. "Italien ist entsetzt über die feigen Raketenangriffe, die heute Morgen das Zentrum von Kiew und andere ukrainische Städte getroffen haben", teilte das Außenministerium am Montag in Rom mit.

Tschechien nannte die Raketenangriffe einen Ausdruck von "Zynismus und Barbarei". Es sei feige, auf Zivilisten zu zielen. Russland müsse diesen "sinnlosen Krieg" beenden, teilte das Außenministerium in Prag am Montag mit. Tschechien hat derzeit die rotierende EU-Ratspräsidentschaft inne und nimmt damit eine Vermittlerrolle innerhalb der Europäischen Union ein.

Telefonat zwischen Stoltenberg und Kuleba

Polens Außenminister Zbigniew Rau sprach von "unglaublicher Barbarei, wenn Russland bewusst und absichtlich die Schwächsten trifft: Zivilisten, Frauen und Kinder". Dies sei ein Zeichen von moralischer und politischer Schwäche, sagte Rau am Montag in Lodz.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg nannte die Angriffe "entsetzlich" und "rücksichtslos". Die NATO werde das tapfere ukrainische Volk weiterhin unterstützen, sich gegen die Aggression des Kremls zu wehren, so lange es nötig sei, schrieb Stoltenberg am Montag nach einem Gespräch mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba auf Twitter.

Papst Franziskus sprach von "großer Gefahr"

Papst Franziskus sprach am Montagvormittag im Vatikan vor belgischen Pilgern mit Blick auf den Frieden von einer "großen Gefahr". "Wir stehen gerade vor schwierigen Zeiten für die Menschheit", sagte das 85 Jahre alte katholische Kirchenoberhaupt.

Russland hat am Montag mehr als 80 Raketen auf die Hauptstadt Kiew und zahlreiche andere Städte in der Ukraine gefeuert. Kremlchef Wladimir Putin nannte den Angriff eine Reaktion auf die "Terroranschläge" gegen russisches Gebiet.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz