Anschober: Parteipolitik während Corona war extrem verwirrend für die Bevölkerung

29. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Der ehemalige Gesundheitsminister Rudolf Anschober sprach am 4GAMECHANGERS Festival 2022 u.a. über seine Zeit als Corona-Pandemie-Manager.

Während der Pandemie gab es eine "Informations- und Desinformationswelle", erklärt der ehemalige Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) auf der 4GAMECHANGERS Festival-Bühne beim Panel zum Thema "G'sund bleiben – von der Stärke des Präventionssystems". Das hatte den "Nebeneffekt, dass es auch viele Menschen gegeben hat", die auf "Fake News" reingefallen sind, erklärt er weiter. Das sei für das Gesundheitssystem nun doppelt schwer.

Als Beispiel nennt Anschober den Fall einer Ärztin in Oberösterreich, die aufgrund von Morddrohungen ihre Praxis schließen musste. "Das hat einfach keinen Platz und das hat mit der gespaltenen Stimmung und auch mit diesen weit auseinandergehenden Informationen zu tun", sagt Anschober.

"Weder sinnvoll noch vertrauensbildend"

Karin Duderstadt, Mitglied des Verwaltungsrates big5health, gibt beim Panel zu bedenken, dass es keinen Sinn habe, "wenn der Minister eine Botschaft übers Fernsehen" verbreitet und "fünf Minuten später wird sie von anderen Parteien bereits zerlegt, kritisiert, zerrissen, abgeschossen". Ebenfalls sei es weder sinnvoll noch vertrauensbildend, wenn der Minister "gleichzeitig signalisiert, wie uneinig sie sind".

Parteipolitik schuld

Anschober spricht Duderstadt damit aus der Seele. Erfolgreich sei man in den ersten Monaten der Pandemie gewesen. "Da war sich die Politik einig und da hat es eine gemeinsame Kommunikation gegeben", so der ehemalige Gesundheitsminister. "Sobald Parteipolitik begonnen hat", erklärt Anschober, "war es extrem verwirrend für die einzelnen Bürger und Bürgerinnen und deswegen hat es teilweise dann auch Teile der Bevölkerung gegeben, die nicht mehr mitgemacht haben".

Hinweis: Alle Panels, Keynotes und Interviews vom 4GAMECHANGERS Festival 2022 finden Sie hier unter puls24.at/4gamechangers

Quelle: Redaktion / moe