Zwei Mitglieder der russischen Untergrundorganisation BOAK, die Sabotageakte verübtYouTube / Popular Front

Partisanen gegen Putin: "Es ist nicht sein Land, es ist unser Land"

03. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Mit improvisierten Bomben und Werkzeug aus dem Baumarkt stellen sich Partisanen-Gruppen in Russland gegen das Regime von Wladimir Putin. Um den Krieg gegen die Ukraine zu stoppen, würden einige alles riskieren.

In Russland wächst der Widerstand gegen Putins Krieg in der Ukraine. Aktivistengruppen wie die "Kampforganisation der Anarcho-Kommunisten" (BOAK) greifen immer wieder Bahngleise an, um den militärischen Nachschub in Richtung Ukraine zu bremsen. Auch militärische Einrichtungen und Infrastruktur werden immer wieder zum Ziel von Sabotage-Akten. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs beanspruchen russische Partisanen mehr als 80 Angriffe in ganz Russland für sich.

Schon seit Jahren arbeiten kleine Gruppen mit ganz unterschiedlichen Ideologien am Umsturz in Russland. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben sich ihre Bemühungen verstärkt. Mit einem gemeinsamen Ziel: Putins Krieg in der Ukraine zu stoppen. Der Journalist Jake Hanrahan hat zwei BOAK-Aktivist:innen in einem verschneiten Wald in Osteuropa getroffen. Für sie ist klar: "Wenn wir dieses Risiko jetzt nicht eingehen, haben wir gar keine Zukunft."

"Gemeinsam können wir Dinge verändern"

Neben Angriffen auf militärische Infrastruktur setzt die Partisanen-Gruppe BOAK auch ihren Fokus auf die Zusammenarbeit mit anderen Gruppen. Sie helfen bei der Versorgung und unterstützen bei der Planung und Umsetzung von Angriffen: "Unsere Kraft liegt nicht darin, was eine kleine Gruppe erreichen kann. Es gibt viele kleine Gruppen und gemeinsam können wir Dinge verändern".

Laut den anarchistischen Partisanen gibt es viele Russen, die mit Putins Politik nicht einverstanden sind. Aus Angst vor dem Regime würden viele aber schweigen – auch weil es durch die staatliche Unterdrückung nicht möglich sei, Wandel auf legale Weise zu erreichen. Ein Aktivist macht klar, dass sich die Russen nicht vor Putin beugen sollten: "Es ist nicht sein Land, es ist unser Land."

"Alles ist besser als ein russisches Gefängnis"

BOAK-Aktivist

Vor allem an militärisch wichtigen Zugstrecken soll die russische Armee das Sicherheitsaufgebot deutlich verstärkt haben. Auch der Geheimdienst soll verstärkt daran arbeiten, Partisanen-Gruppen aufzudecken. Für ihren Kampf gegen Putin gehen sie ein großes Risiko ein. Ein BOAK-Aktivist würde lieber im Kampf sterben, als gefangen genommen zu werden. Denn "alles ist besser als ein russisches Gefängnis".

Michael ZehenterQuelle: Redaktion / zeh