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Pogo ist Unterstützungserklärungs-Präsident

19. Aug. 2022 · Lesedauer 4 min

Dominik Wlazny, vulgo "Marco Pogo", hat die für eine Kandidatur bei der Bundespräsidentenwahl nötigen 6.000 Unterstützungserklärungen gesammelt und am Freitag bei der Bundeswahlbehörde abgeliefert. Die anderen Kandidaten halten sich noch bedeckt.

Er sei selbst "überrascht", dass es so schnell gegangen sei, betonte Pogo am Freitag. Derweil waren die anderen Kandidaten noch fleißig beim Sammeln.

Die Hürde ist nämlich für alle gleich: Sowohl Amtsinhaber Alexander Van der Bellen als auch der von der Nationalratspartei FPÖ nominierte Kandidat Walter Rosenkranz müssen ebenso wie die Vertreter einer kleinen Partei oder Privatpersonen 6.000 Unterstützungserklärungen bis zum 2. September vorlegen, um kandidieren zu können. Dabei muss jede einzelne vom Unterstützer persönlich am Gemeindeamt bzw. Magistrat beglaubigt werden.

"Ich sehe mich nicht als den Kandidaten der Jungen"

Wlazny zeigte sich erfreut, dass dies nun bereits am siebenten Tag gelungen ist: "Das ist eine tolle Sache." Seine Kandidatur sei von Beginn an ein ernsthaftes Projekt gewesen, und er werde die Verantwortung nun auch wahrnehmen. Großartiges Budget habe er keines, dafür aber "fantastische Unterstützer".

Zudem sei er überzeugt, dass man mit "guten Ideen" bei den Wählern punkten könne. Die Zeiten, "in denen man das Land zuplakatiert hat", seien ohnedies vorbei, so der 35-Jährige.

Kein Zwischenstand bei Van der Bellen

Bei den restlichen Kandidaten war die Sammelleidenschaft am Freitag indes noch ausgeprägt, wie ein Rundruf ergab. Sowohl Van der Bellen als auch Rosenkranz wollten jedoch keinen Zwischenstand bekannt geben. Es schaue aber jedenfalls "sehr, sehr gut" aus, hieß es aus dem Team von Van der Bellen. Man setze auf eine "breite Unterstützung aus ganz Österreich", daher gebe gebe man keine Zwischenstände bekannt, teilte man auf PULS 24 Anfrage mit.

Statement von Van der Bellens Team

Auch bei Rosenkranz laufe das Sammeln "sehr gut". Man freue sich über "jede weitere Stimme", hieß es. Zwischenstand könne man aktuell keinen bekannt geben, da laufend Unterstützungserklärungen eintrudelten.

Grosz sammelte 3.255 Unterstützungen

Kein Geheimnis aus den bis dato gesammelten Unterstützungserklärungen machte der Ex-Politiker (FPÖ und BZÖ) und jetzige Blogger Gerald Grosz auf Anfrage der APA. Mit Stand Mittwoch seien es 3.255 gewesen. Täglich kämen rund 700 bis 900 weitere dazu. Kommende Woche folge der Endspurt, so Grosz.

Rechtsanwalt und Ex-"Krone"-Kolumnist Tassilo Wallentin nannte auf APA-Anfrage auch keine konkrete Zahl, meinte aber, dass es "wohl sehr knapp" werden könnte. Man sei "sehr spät gestartet". Dennoch bekomme man "viele Rückmeldungen aus breiten Bevölkerungsschichten". Es werde aber auf "jede einzelne Unterschrift ankommen", so Wallentin, der den bürokratischen Aufwand für eine Kandidatur in Österreich als "aberwitzig hoch" bezeichnete.

Beim Team des MFG-Vorsitzenden Michael Brunner ging man am Freitag davon aus, dass man die notwendige Anzahl an Unterstützungserklärungen überschreiten werde. Weil diese aber österreichweit von den Bezirks- und Ortssprechern gesammelt und kurz vor dem Stichtag von Boten abgeholt würden, liege kein Zwischenstand vor. Der Zuspruch sei aber "sehr groß".

Staudinger hat keinen Überblick

Auch der Waldviertler Schuhfabrikant Heinrich Staudinger wirbt aktuell um Unterstützer. Aktuell würden die Unterschriften jedoch dezentral eingesammelt, etwa in den Geschäften des Unternehmers, berichtete eine Sprecherin auf Anfrage der APA. Einen Überblick über die Anzahl habe man darum derzeit nicht. Eine erste Bilanz soll Mitte nächster Woche vorliegen.

Christoph Haselmayer, Meinungsforscher und Geschäftsführer des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD), erklärt im PULS 24 Interview, dass es zwar "beeindruckend" sei, dass Pogo die Unterschriften so schnell gesammelt habe. Über einen möglichen Wahlerfolg sage das aber nicht unbedingt etwas aus. 

Kein Nutzen für den Wahlzettel

Pogo werde deshalb auch nicht oben am Wahlzettel gereiht. Bei der Bundespräsidentenwahl erfolge die Reihung alphabetisch - Wlazny wird also am Wahlzettel letzter sein. Der Kandidat der Bierpartei profitiere jedenfalls vor allem von Jüngeren im urbanen Raum, die mit Van der Bellen unzufrieden sind. Der amtierende Präsident sei aber "in der Pole Position", so der Meinungsforscher.

Quelle: Agenturen / Redaktion / koa