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Machado hält Übergang in Venezuela für "unaufhaltsam"

01. Feb. 2026 · Lesedauer 2 min

Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado hält einen politischen Übergang in Venezuela weg von den verbliebenen Machtstrukturen des gestürzten Präsidenten Nicolás Maduro für unausweichlich. "Am Ende werden sie verstehen, vielleicht sogar sehr bald, dass es in ihrem eigenen Interesse liegt zu akzeptieren, dass dieser Übergang unaufhaltsam ist", sagte Machado im Interview der CBS-Sendung "Face the Nation".

Machado verwies darauf, dass jüngste Veränderungen unter der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez auf externen Druck zurückgingen. "Alles, was Delcy Rodríguez derzeit tut, geschieht, weil sie Anweisungen befolgt, die sie aus den Vereinigten Staaten erhält." Würde dieser Druck weggenommen, "würde sie sofort umkehren und dorthin zurückgehen, wo ihre Loyalität liegt", sagte Machado.

Nach mehr als vier Jahren im Gefängnis ist in Venezuela der bekannte Menschenrechtsaktivist Javier Tarazona freigelassen worden. Unter Rufen wie "Freiheit, Freiheit, Freiheit" von seinen Anhängern wurde der 43-Jährige laut dem Bericht eines AFP-Korrespondenten am Sonntag in Caracas auf freien Fuß gesetzt. Er wurde von seinem Bruder und seiner 71-jährigen Mutter in Empfang genommen.

Tarazona war einer der bekanntesten politischen Häftlinge in Venezuela, er war des "Terrorismus'" und des "Landesverrates" schuldig gesprochen worden. In dem südamerikanischen Land sitzen der Nichtregierungsorganisation (NGO) Foro Penal zufolge noch mehr als 700 politische Gefangene im Gefängnis.

Amnestie und Ölreform angekündigt

Die Regierung Venezuelas hatte zuletzt eine umfassende Amnestie für politische Gefangene angekündigt. Seit dem US-Militäreinsatz am 3. Jänner zur Gefangennahme des autoritären Machthabers Maduro hat Caracas unter Druck aus Washington bereits Hunderte politische Häftlinge freigelassen. Viele von ihnen waren bei Protesten gegen die von Betrugsvorwürfen überschatteten Wiederwahl Maduros im Jahr 2024 festgenommen worden.

Zudem billigte das venezolanische Parlament jüngst eine Reform der Ölindustrie, die zusätzliche ausländische Investitionen in den Energiesektor ermöglichen soll.

Rodríguez gelangte nach Maduros Festnahme wegen mutmaßlicher Drogendelikte als frühere Vizepräsidentin an die Staatsspitze. Sie gilt als eine der loyalsten Figuren aus Maduros Machtzirkel und ist die zentrale Ansprechpartnerin der USA innerhalb der venezolanischen Führung - insbesondere bei Verhandlungen über die Verwaltung der umfangreichen Ölvorkommen des südamerikanischen Landes.

Zusammenfassung
  • Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado bezeichnet einen politischen Übergang in Venezuela als 'unaufhaltsam' und sieht die aktuellen Maßnahmen der Präsidentin Delcy Rodríguez als Folge von US-Druck.
  • Nach mehr als vier Jahren Haft wurde der 43-jährige Menschenrechtsaktivist Javier Tarazona in Caracas freigelassen, während laut der NGO Foro Penal noch über 700 politische Gefangene im Land sind.
  • Seit dem US-Militäreinsatz am 3. Jänner hat die venezolanische Regierung Hunderte Häftlinge freigelassen, eine Amnestie angekündigt und eine Ölreform zur Förderung ausländischer Investitionen beschlossen.