Kraus-Winkler: "Hat immer schwere Unfälle gegeben beim Skifahren"

03. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

Susanne Kraus-Winkler, Staatssekretärin für Tourismus, äußert sich im PULS 24 Interview zu den häufigen schweren Unfällen auf Österreichs Skipisten. Sie will auf Aufklärung setzen, die Pistenverhältnisse seien nicht verantwortlich. Ein Unfallchirurg spricht hingegen von "katastrophalen Skibedingungen"

Auffällig viele schwere Unfälle auf den Skipisten beschäftigen derzeit Bergrettungen und Tourismusindustrie. Beim Hintertuxer Gletscher in Tirol kam es gar zu mehreren Unfällen an einer Stelle. Einer davon endete gar tödlich. Rohit Arora, Facharzt für Unfallchirurgie an der Universitätsklinik Innsbruck, erklärt im PULS 24 Interview, dass derzeit "katastrophale Skibedingungen" herrschen würden und das Unfallrisiko dadurch zunehme.

Es gab bisher nämlich kaum Neuschnee, aber dafür Regen. Auf den Skipisten wird daher künstlich beschneit. Schnee aus Kanonen habe aber eine komplett andere Struktur als natürlicher. Er mache die Pisten "sehr rutschig". Dazu kommen noch widrige Wetterverhältnisse.

Todesserie auf Skipisten reißt nicht ab

Kunstschnee werde immer "ausgefeilter"

Die Staatssekretärin für Tourismus, Susanne Kraus-Winkler, glaubt hingegen nicht, dass die Pistenverhältnisse Auslöser für die Skiunglücke seien, sondern vielmehr das Verhalten der Menschen. Kunstschnee gebe es schon seit 15 bis 20 Jahren und sei aufgrund der "technologischen Entwicklungen immer ausgefeilter". Auch die Pistenpräparierung werde immer "professioneller gemacht". 

Kraus-Winkler ist überzeugt, dass es wichtig ist, dass die Menschen verstehen, dass Skifahren ein gewisses Maß an Verantwortung mit sich bringe: "Wie verhält man sich auf der Piste?", "Wie schnell man auf der Piste fährt", "Wie vorausschauend man sich auf der Piste verhält".

Tödliche Pisten: Wer trägt die Verantwortung?

Auch am Golfplatz kann es gefährlich sein

Laut der Staatssekretärin brauche es Aufklärung. Es habe schon immer "schwere Unfälle gegeben beim Skifahren. Es hat auch immer gebrochene Beine gegeben". Skifahren sei ein Sport, bei dem man aufgrund der hohen Geschwindigkeit vorsichtiger sein müsse "als wenn man Joggen geht". Gefährlich werde es nur, wenn man sich "falsch verhält". Auch das Arbeiten mit Pferden oder der Golfplatz könne bei falschem Verhalten gefährlich sein, so Kraus-Winkler. 

Einen Image-Schaden sieht die ÖVP-Politikerin wegen der Skiunfälle nicht kommen. Gäste würden Österreich als sicher empfinden. 

Paal: Mentalität und Gewicht der Menschen Grund der Unfälle

Der Präsident des Kuratoriums für Alpine Sicherheit, Peter Paal, sieht die Ursachen für die jüngsten tödlichen Unfälle nicht bei den Skigebieten, sondern unter anderem in einer angeblichen "Vollkasko-Mentalität" und im steigenden "Körpergewicht in der westlichen Welt".

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Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz