Mangott: Wäre die Krim verloren, würde Russland mit Nuklearwaffen reagieren

24. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Die Panzerlieferung vonseiten Deutschlands an die Ukraine sei sehr wahrscheinlich, sagt Politikwissenschaftler Gerhard Mangott. Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz zögere aber vermutlich aus Angst vor einer Eskalation Russlands.

Deutschlands Kanzler Olaf Scholz zögert weiter bei der Frage, ob man Leopard-Panzer an die Ukraine liefern soll. Polen setzt die deutsche Bundesregierung mit einem offiziellen Exportantrag nun ganz konkret unter Zugzwang, auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg forderte bei einem Besuch in Berlin mehr Waffen für die Ukraine.

Panzerlieferung sehr wahrscheinlich

Politikwissenschaftler Gerhard Mangott erwartet die Entscheidung für eine Lieferung von Leopard 2 Kampfpanzern durch Deutschland, aber auch durch andere europäische Staaten, in den nächsten Tagen, wie er im Newsroom LIVE Interview betont.

Rote Linie überschritten?

Laut Russland sei eine solche Lieferung "eine rote Linie, die überschritten würde", jedoch habe die russische Führung auch bei vergangenen Waffenlieferungen an die Ukraine immer wieder von roten Linien gesprochen. Dies würde nicht bedeuten, dass eine solche Aussage vonseiten Russlands nicht ernst gemeint ist. Laut Mangott sei jedoch die Frage: "Wie will Russland eskalieren? Wie will Russland auf diese Lieferung antworten?"

Laut dem Politikwissenschaftler wäre eine rote Linie überschritten, wenn es der Ukraine aufgrund der Kampfpanzerlieferung gelingen würde, eine "massive Frühjahrsoffensive zu starten" und das "von Russland besetzte Gebiet zu spalten oder sogar auf die Krim vorzustoßen". Sollte dies passieren, dann würde definitiv eine Antwort aus Russland kommen, so Mangott.

Putin könnte aus Verzweiflung zu Nuklearwaffen greifen

Wäre die Krim in Gefahr, könnte Russland auch bereit sein, neue Waffen einzusetzen und "vertikal zu eskalieren", also Nuklearwaffen einzusetzen, beurteilt Mangott. Denn: Putin wisse, wenn er diesen Krieg "desaströs", also auch die Krim, verliert, dann sei sein Amt in großer Gefahr. Deshalb wolle und müsse er gewinnen. Aus diesem Grund sei nicht auszuschließen, dass Putin "als ein Mittel der letzten Wahl, in einer Verzweiflungssituation" zu nuklearen Waffen greift. Laut Mangott sei vermutlich auch die Angst vor solch einer Eskalationsgefahr der Grund, warum der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz so lange mit einer Entscheidung zögert.

Russische Großoffensive zu erwarten

Im Allgemeinen sei zu erwarten, dass Russland eine große Offensive versucht, vor allem um das fehlende Territorium der Provinz Doneszk einzunehmen, meint Mangott. Diese Offensive werde aber nicht sicher gelingen können, wenn Russland nicht noch mehr Soldaten mobilisiert.

Dijana DjordjevicQuelle: Redaktion / ddj