Bericht: Bald deutsches OK für polnische Panzerlieferung

24. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

Deutschland will einem Bericht zufolge, Polen bereits am Mittwoch die Genehmigung für Panzerlieferungen an die Ukraine erteilen. Außerdem will die US-Regierung nun doch die Lieferung von Abrams-Kampfpanzern prüfen lassen

Die Informationen stammen laut "Bloomberg" von Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, aber nicht namentlich genannt werden wollen. Polen hatte die Genehmigung am Dienstag formell beantragt, und die deutsche Regierung sagte, sie werde mit der nötigen Dringlichkeit reagieren.

Scholz hat darauf bestanden, dass Deutschland bei der Entsendung neuer schwerer Waffen nicht allein handeln würde. Diese könnten eine Eskalation mit Moskau provozieren. Er legt Wert darauf, im Gleichschritt mit den USA und der NATO zu handeln. "Wir gehen niemals allein", sagte Scholz letzte Woche in einem Interview mit "Bloomberg". Deutschland selbst zögert weiterhin bei der Frage, Leopard-2-Panzer aus den eigenen Beständen der Ukraine zu übergeben. 

US-Regierung prüft Lieferung von Abrams-Kampfpanzern

Währenddessen zieht die US-Regierung einem Medienbericht zufolge nun doch die Lieferung von Abrams-Kampfpanzern in die Ukraine in Betracht. Eine Ankündigung über die Zusage "einer größeren Anzahl" der amerikanischen M1 Abrams zur Abwehr des russischen Angriffskriegs könnte noch diese Woche kommen, wie das "Wall Street Journal" am Dienstag unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen berichtete. Demnach soll US-Präsident Joe Biden dem deutschen Kanzler Olaf Scholz in einem Telefonat vergangene Woche zugesagt haben, eine solche Lieferung prüfen zu lassen.

Die USA hatten bisher betont, die Bereitstellung des Abrams-Panzers aus praktischen Gründen nicht für sinnvoll zu halten. Die US-Panzer müssten über den Atlantik transportiert werden, die Instandhaltung sei aufwendiger, und sie verbrauchten zu viel Treibstoff, hieß es bisher aus dem Pentagon. Die Panzer schlucken außerdem das Flugzeugbenzin Kerosin, nicht wie der Leopard und viele Gefährte der Ukrainer Diesel. "Es macht einfach keinen Sinn, den Ukrainern dieses Mittel zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen", hatte Pentagon-Sprecherin Sabrina Singh noch vor einigen Tagen gesagt.

Karner über Putin: "Nicht davon auszugehen, dass er in der Ukraine stoppt"

PULS 24 Militärexperte Gerald Karner sagte im PULS 24 Interview ebenfalls, dass man davon "ausgehen muss", dass es zu polnischen Panzerlieferungen an die Ukraine kommt. Nachdem die offizielle Ausfuhrgenehmigung bei der deutschen Regierung eingelangt ist, befinde sich Deutschland nun unter "Zugzwang".

Auch wenn Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) öffentlich bekannt gab, dass einem Export von ihrer Seite nichts im Weg steht, brauche es trotzdem die Zustimmung von Kanzler Olaf Schulz (SPD), "für das offizielle Deutschland", so Karner.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz