APA - Austria Presse Agentur

Corona: Trump mit Hubschrauber in Militär-Spital geflogen

07. Okt 2020 · Lesedauer 3 min

Nachdem sich US-Präsident Donald Trump und seine First Lady Melania mit dem Coronavirus infiziert haben, hat er alle persönlichen Wahlkampfauftritte bis auf weiteres ausgesetzt. Am Freitag wurde er zur Behandlung in ein Militärspital geflogen.

Nach einer Infektion mit dem Coronavirus ist US-Präsident Donald Trump am Freitag mit dem Helikopter Marine One ins Militärspital "Walter Reed Medical Center" in Bethesda, nördlich von Washington, geflogen worden, wie US-Medien berichten. Das Weiße Haus teilte am Freitag mit, Trump werde die nächsten Tage von Büroräumen des Präsidenten in dem Krankenhaus arbeiten. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme auf Empfehlung der Ärzte. Trump weise "leichte Symptome" auf. Er sei aber nach wie vor guter Dinge und habe den ganzen Tag über gearbeitet.

Trumps Wahlkampfchef Bill Stepien teilte am Freitag mit, alle bereits angekündigten Wahlkampfveranstaltungen unter Teilnahme des Präsidenten würden entweder verschoben oder online abgehalten. Veranstaltungen mit Mitgliedern der Trump-Familie würden ebenfalls verschoben. Bei allen anderen Veranstaltungen werde im Einzelfall entschieden, ob sie stattfinden. Vizepräsident Mike Pence plane, seine Wahlkampfveranstaltungen wieder aufzunehmen, hieß es. Die Wahl findet am 3. November statt.

Entscheidung zu TV-Debatten ausständig

Was die noch anstehenden TV-Debatten mit Herausforderer Joe Biden betrifft, so stehe die Entscheidung hierzu noch aus, hieß es am Freitag. "Wir sind noch nicht soweit gekommen", weil man sich zunächst auf den Präsidenten fokussiere, sagte Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany am Freitag.

Nach dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Kandidaten am vergangenen Dienstag sind noch Debatten am 15. und 22. Oktober angesetzt. Nach Bekanntwerden von Trumps Corona-Infektion wurde spekuliert, dass sie abgesagt, verschoben oder via Internet abgehalten werden könnten.

Auch schwere Symptome möglich

Trumps Arzt Sean Conley hatte in der Nacht zu Freitag verkündet, dass der 74 Jahre alte Präsident und First Lady Melania Trump positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Nach Angaben von Trumps Stabschef Mark Meadows weist der Präsident "milde Symptome" auf. Unter der Annahme, dass Trump sich vor kurzer Zeit erst angesteckt hat, geht Covid-Experte David Strain von der University of Exeter davon aus, dass im Laufe der nächsten Woche auch schwerere Symptome auftreten könnten.

"Die klassischen Atemwegsbeschwerden würden Mitte kommender Woche auftreten", sagte Strain. Er verwies auf den Verlauf beim britischen Premierminister Boris Johnson hin, dessen Zustand sich am zehnten Tag verschlechtert habe.

PULS 24 Chefreporterin Manuela Raidl analysiert bei Anchor Rene Ach die Nachricht, dass US-Präsident Donald Trump positiv auf Corona getestet wurde.

Trotz Pandemie Auftritte vor Tausenden Anhängern

Der Republikaner hatte am Samstag und in den kommenden Tagen Wahlkampfauftritte in den Bundesstaaten Florida, Wisconsin und Arizona geplant. Ungeachtet der anhaltenden Coronavirus-Pandemie hatte er in den vergangenen Wochen Wahlkampfauftritte teils vor Tausenden Anhängern absolviert. Pence war am Freitag negativ auf das Coronavirus getestet worden.

Biden nicht infiziert, setzt Wahlkampf fort

Trump-Herausforderer Joe Biden setzt seinen Wahlkampf fort. Bidens Wahlkampfteam teilte mit, der 77-Jährige werde am Freitag (Ortszeit) wie geplant eine Ansprache in Grand Rapids im US-Bundesstaat Michigan halten. Bidens Arzt Kevin O'Connor hatte zuvor mitgeteilt, dass der Kandidat der US-Demokraten und dessen Ehefrau Jill Biden negativ getestet worden seien.

Biden und Trump standen am vergangenen Dienstag bei ihrer ersten TV-Debatte auf einer Bühne. Die beiden Kontrahenten hielten zwar stets einen deutlichen Abstand voneinander - laut Medienberichten waren es knapp vier Meter. Sie trugen in der zum Teil sehr hitzig und laut geführten Diskussion allerdings keine Masken. Trump könnte bereits in den Tagen vor seinem positiven Corona-Test ansteckend gewesen sein. Unklar blieb auch, ob die Kandidaten sich hinter den Kulissen in unmittelbarer Nähe aufgehalten haben könnten.

Trump hat Corona: Yussi Pick analysiert die Folgen für den US-Wahlkampf

Quelle: Agenturen / Redaktion / hos