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Belästigungsvorwürfe bei Fellner-Medien: "Politik in der Pflicht"

16. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Presseclub Concordia und das Frauennetzwerk Medien fordern vom Fellner-Medienhaus Konsequenzen nach den erneuten Belästigungsvorwürfen gegen Wolfgang Fellner. Auch von der Politik werden Konsequenzen eingefordert.

Erneut hat diese Woche eine ehemalige Moderatorin von oe24.tv Belästigungsvorwürfe gegen oe24-Gründer Wolfgang Fellner erhoben. Er habe sie bedrängt, sexuell belästigt und gedemütigt, schildert sie. Fellner bestreitet die Vorwürfe.

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Bereits zuvor hatte Fellner mehrere Prozesse gegen seine ehemalige Mitarbeiterinnen Raphaela Scharf und Katia Wagner verloren. Sie hatten ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen, er hatte sie daraufhin der Lüge bezichtigt und geklagt. Fellner musste letztlich Schadenersatz zahlen.

Konsequenzen gefordert

Angesichts der Menge an Vorwürfen fordern das Frauennetzwerk Medien und der Presseclub Concordia in Aussendungen Konsequenzen. Zwar ist Fellners Sohn Niki inzwischen Geschäftsführer der Mediengruppe, Wolfgang Fellner ist aber weiterhin Moderator im Haussender. Neo-Geschäftsführer Niki Fellner erinnern die beiden Organisationen an die gesetzliche Pflicht eines jeden Arbeitgebers, Schritte gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zu setzen. Außerdem stellen sie die Frage: "Wurden neue Richtlinien zum Schutz der Frauen bei Österreich, oe24.at und oe24.tv erarbeitet oder Safe Spaces geschaffen sowie untadelige Vertrauenspersonen ernannt, an die sich Betroffene diskret wenden können?"

Niki Fellner: "Keine einzige Beschwerde"

Geschäftsführer Niki Fellner antwortete noch am Freitag selbst mittels Presseaussendung. Als Reaktion auf die Vorwürfe habe man ein externes Unternehmen mit einer umfassenden Compliance-Untersuchung beauftragt. Dieses habe mehrere Monate lang mit zahlreichen Mitarbeiter:innen Gespräche geführt. Alle Mitarbeiterin:innen seien zudem aufgefordert worden etwaige Belästigungen oder Beobachtungen von Belästigungen über ein anonymes Postfach zu melden. "Es gab in diesem Verfahren keine einzige Beschwerde gegen Wolfgang Fellner", so dessen Sohn Niki Fellner in seiner Aussendung.

Auch "Politik in der Pflicht"

Die beiden Pressevereine nehmen aber auch "die Politik in die Pflicht". Denn die Fellner-Mediengruppe würde "in besonderem Ausmaß" von staatlicher Förderung profitieren, heißt es. Concordia und Frauennetzwerk Medien fragen, ob es "hier nicht strengere Maßstäbe für die Vergabe allfälliger Förderungen" brauche.

Quelle: Redaktion / hos