APA - Austria Presse Agentur

AstraZeneca: Gesundheitsministerium berät in Videokonferenz mit Landesräten

11. März 2021 · Lesedauer 3 min

Nachdem Dänemark und Norwegen vorerst die Verimpfung des AstraZeneca-Vakzins stoppen, berät das Gesundheitsministerium aktuell mit den Gesundheitslandesräten über das weitere Vorgehen in Österreich.

Ein Todesfall und mehrere Fälle von schweren Blutgerinnseln sowohl in Österreich als auch in Dänemark werden aktuell auf einen möglichen Zusammenhang mit dem AstraZeneca-Impfstoff geprüft. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat keinerlei Hinweise auf einen Zusammenhang gefunden, wird betont. Dänemark und Norwegen haben am Donnerstag trotzdem kurz nacheinander bekannt gegeben, den AstraZeneca-Impfstoff vorerst nicht mehr zu verabreichen.

Der Impf-Stopp soll 14 Tage lang gelten, bis die Vorfälle untersucht wurden, heißt es. Es sei wichtig zu unterstreichen, dass man den Impfstoff nicht ablehne, sondern die Verabreichung pausiere, betonte das dänische Gesundheitsministerium. Es sei gut dokumentiert, dass das Mittel sowohl sicher als auch effektiv sei. Man müsse jedoch auf Berichte zu möglichen ernsthaften Nebenwirkungen reagieren.

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Videokonferenz des Ministeriums

Die Landesgesundheitsrätinnen und -räte sowie Experten des Gesundheitsressorts und des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) sollten seit 15 Uhr in einem Videocall die aktuelle Entwicklung besprechen, erfuhr die APA auf Anfrage aus dem Ministerium. Ob und wann es im Anschluss eine Stellungnahme geben wird, ist bisher nicht klar.

In Österreich waren in den vergangenen Tagen ein Todesfall und zwei Krankheitsfälle mit einem zeitlichen Zusammenhang mit der ersten Teilimpfung mit AstraZeneca bekannt geworden. Am Mittwochabend hatte die Arzneimittelbehörde der Europäischen Union (EMA) bekannt gegeben, dass sie bisher keine Hinweise dafür habe, dass der Todes- sowie ein Krankheitsfall auf Impfungen zurückzuführen wären.

Krankenschwester in Zwettl gestorben

Eine 49-jährige Krankenschwester des Landesklinikums Zwettl war in Folge schwerer Gerinnungsstörungen gestorben, eine 35-jährige Kollegin entwickelte eine Lungenembolie, befand sich zuletzt jedoch auf dem Weg der Besserung. Bei diesen beiden Fällen in Niederösterreich hatten die betroffenen Frauen zuvor Impfungen aus derselben Charge erhalten.

Auch wenn zunächst kein kausaler Zusammenhang ausgemacht worden war, wurde vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) die betreffende Charge aus dem Verkehr gezogen und eine Untersuchung des Todesfalls veranlasst, die noch im Gang ist. Fast gleichzeitig wurde zudem der Fall einer Krankenschwester (51) in Graz bekannt, die zehn Tage nach Erhalt der Impfung - allerdings aus einer anderen Charge - ebenfalls eine Lungenembolie erlitten hatte. Sie wurde bereits aus dem Spital entlassen, auch hier ist ein Zusammenhang mit dem AZ-Wirkstoff nicht belegt.

FPÖ fordert Impf-Stopp

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) müsse es Dänemark gleichtun, urgierten FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer und der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp. Auch die italienische oppositionelle Rechtspartei "Fratelli d'Italia" (FdI, Brüder Italiens) richtete diese Forderung an die Regierung in Rom. Spanien werde die Vakzine weiter verwenden, es seien keine Gerinnungsstörungen registriert worden, sagte hingegen Gesundheitsministerin Carolina Darias. Auch das deutsche Gesundheitsministerium verhielt sich vorerst abwartend.

AstraZeneca gab sich in einer ersten Reaktion zunächst zurückhaltend. Man sei sich der dänischen Entscheidung bewusst, sagte ein Sprecher des britisch-schwedischen Pharmakonzerns. "Die Sicherheit des Impfstoffs ist in klinischen Phase-III-Studien ausführlich untersucht worden und die von Experten begutachteten Daten bestätigen, dass der Impfstoff generell gut verträglich ist", hieß es auf Anfrage.

Quelle: Agenturen / Redaktion / hos