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Sturm bittet LASK im Schlagerspiel zum Torjäger-Duell

19. Aug. 2022 · Lesedauer 5 min

Beim Schlagerspiel der fünften Runde in der Fußball-Bundesliga zwischen dem Tabellendritten Sturm Graz und dem Ersten LASK stehen am Samstag (19.30 Uhr) die beiden Torjäger im Mittelpunkt. Während Marin Ljubicic in Linz gleich ausgezeichnet gestartet ist, ranken sich um Höjlund Wechselgerüchte. Gegen die Austria aus Klagenfurt will indes Serienmeister Salzburg (17.00 Uhr) nicht schon wieder stolpern. SCR Altach empfängt Austria Lustenau zum Vorarlberg-Derby (17.00 Uhr).

In Graz hofft man, dass der "Höllenhund" Höjlund noch länger gebunden bleibt. "Natürlich gibt es Interesse von gewissen Clubs, auch konkretes Interesse", verriet Sturm-Sportchef Andreas Schicker der APA. Mit sechs Toren und drei Vorlagen in sieben Pflichtspielen hat sein Stürmer Begehrlichkeiten bei größeren Clubs geweckt. Neben Brügge sollen zuletzt auch Newcastle, Bologna, Atalanta und Celta Vigo ihre Fühler nach dem schnellen 1,91-m-Angreifer ausgestreckt haben. Die Steirer planen allerdings, den im Jänner für 1,8 Millionen Euro vom FC Kopenhagen geholten 19-jährigen Dänen noch nicht abzugeben.

Der Kroate Martin Ljubicic wurde in der Bundesliga schlagartig berühmt. Vor allem ein Viererpack der Leihgabe von Hajduk Split (mit kolportierter Kaufoption von 2,4 Mio. Euro) gegen den WAC hat Eindruck hinterlassen. Auch in Graz. "Er ist ein sehr junger Spieler, der es versteht, im richtigen Moment in die Tiefe zu gehen, ein gutes Timing für Laufwege und viel Selbstvertrauen mit sich bringt", sagte Strum-Trainer Christian Ilzer über Ljubicic, der sechs der elf Linzer Tore erzielt hat. Den LASK auf Ljubicic zu reduzieren, wäre jedoch zu einfach. Dietmar Kühbauer hat den Europacup-Zuschauer zur frühen Hochform gecoacht. "Der LASK hinterlässt ein stimmiges Bild, das ist eine gute Mannschaft mit Erfahrung. Ich erwarte ein intensives Spiel." Eines, das möglicherweise das Comeback von Jakob Jantscher nach fünfwöchiger Verletzungspause bringt.

Kühbauer unterdessen schickte sein Team mit einem Aufruf die A9 hinunter nach Graz. "Jeder von uns muss bereit sein, ans Limit zu gehen - wir dürfen uns für keinen Meter zu schade sein", hoffte der Burgenländer auf physische Präsenz, "um ihnen die Schneid abzukaufen". "Sowohl Sturm als auch wir sind sehr gut in die Saison gestartet, uns erwartet eine schwierige Aufgabe in Graz." Vor der 5. Runde sind beide Teams als einzige der 12er-Liga noch ungeschlagen.

In der abgelaufenen Saison waren die Klagenfurter für eine von insgesamt nur zwei Salzburg-Niederlagen in der Liga verantwortlich, in der letzten Runde im Mai gelang den "Bullen" erst in der Nachspielzeit der Ausgleich zum 1:1. "Das wollen wir heuer anders gestalten", sagte Salzburgs Coach Matthias Jaissle. "Wir sind gewarnt und werden hoch motiviert in die Partie gehen." Solch eine Statistik sei auch im Zuge der Gegnervorbereitung "immer gut", betonte der Deutsche: "Weil das dann die Sinne schärft." Seine Schützlinge sind jedenfalls gewarnt. Die Salzburger, nach vier Runden einen Punkt hinter dem LASK Tabellenzweiter, wollen eine beeindruckende Heim-Serie fortführen. In den letzten 28 Spielen in Wals-Siezenheim gab es 25 Siege für die Jaissle-Elf, bei drei Unentschieden. Allerdings war Jaissle, der weiter auf Sekou Koita, Kamil Piatkowski (beide verletzt) und Neuzugang Lucas Gourna-Douath (Trainingsrückstand) verzichten muss, nach dem 2:1 gegen den WAC nicht ganz zufrieden. "Unser Anspruch ist es, unseren Fußball über 90 Minuten auf den Platz zu bringen. Das haben wir zuletzt nicht geschafft."

Der Außenseiter aus Klagenfurt betrachtet das Match beim Double-Gewinner wie so viele Bundesligisten als "Bonusspiel", wie es Geschäftsführer Sport Matthias Imhof nannte. Trainer Peter Pacult war nach dem ersten Ligasieg der Saison, ein verdientes 1:0 gegen die SV Ried, mit dem Aufwärtstrend seiner Elf zufrieden. "Mit der Entwicklung bin ich einverstanden", sagte der Wiener, es sei "unheimlich wichtig" gewesen, dass sein Team sich belohnt und erstmals voll angeschrieben hat. "Das tut dem ganzen Verein sehr gut, dem ersten Saisonsieg nicht mehr hinterherlaufen zu müssen", betonte Pacult, dessen Truppe nun vier Punkte auf dem Konto hat. Die Favoritenrolle ist klar verteilt, "wir brauchen einen sehr guten Tag, um etwas mitzunehmen", sagte Abwehrchef Thorsten Mahrer und ergänzte: "Ich hoffe, wir erwischen einen sehr guten Tag."

Erstmals seit über 22 Jahren steigt in der Bundesliga wieder ein Vorarlberg-Derby. "Ich freue mich unheimlich auf dieses Spiel, auf die Zuschauer und darauf, dass ich hier mal ein volles Stadion erlebe", sagte Altach-Trainer Miroslav Klose im Vorfeld. Mit den eigenen Fans im Rücken möchte er mit seiner Mannschaft mutig auftreten: "Wir spielen zuhause und versuchen, Derby hin oder her, dem Gegner unser Spiel aufzudrücken. Zuhause haben wir bisher starke Leistungen gezeigt." Klose erwartete außerdem eine emotionsgeladene Partie, in der Kleinigkeiten entscheidend sein werden. Personell muss der Trainer auf Felix Strauss (Sprunggelenk) und den gesperrten Dominik Reiter verzichten. Bei Amir Abdijanovic wartet man noch MRT-Ergebnisse (Knie) ab.

Lustenau geht mit gehörig Selbstvertrauen in das Derby. In der Vorwoche fuhr die Austria gegen Hartberg den zweiten Saisonsieg ein und rangierte nach vier Runden auf dem vierten Tabellenplatz. Favoriten gäbe es in dem kommenden Spiel laut Trainer Markus Mader keinen, dennoch betonte er: "Der Druck liegt sicherlich bei Altach, sie waren jahrelang die Nummer eins in Vorarlberg." Für Samstag erwartete der Lustenauer Coach einen starken Gegner, der unter Klose eine klare Spielidee entwickelt habe: "Sie versuchen viel von hinten herauszuspielen, geduldig aufzubauen, um dann über die Seiten ihren Zielspieler Nuhiu einzusetzen. Die spielerische Entwicklung ist deutlich zu erkennen." Für das Derby stehen Mader alle Spieler zur Verfügung.

Quelle: Agenturen