Afghane in Österreich: "Enthauptung, wenn man sich Taliban nicht anschließt"

13. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Mohib Nazari ist Journalist bei "dasBiber" und floh selbst aus Afghanistan. Sein Bruder lebt noch im Land und berichtet von den schrecklichen Zuständen. Ein normales Leben sei nicht möglich, die Gefahr der Taliban sei enorm.

Mohib Nazari schildert im Gespräch mit PULS 24 Anchorwoman Alina Marzi, dass er seinen Bruder nicht oft erreichen könne. Wenn die Taliban von Telefonaten Wind bekämen, wäre er in Gefahr, weil er mit einem Ungläubigen zu tun habe. 

Es gehe seine Bruder sehr schlecht, Nazari fürchte um sein Leben. Die Taliban drohen, wenn er sich ihnen nicht anschließe, würde ihm der Kopf abgeschnitten werden. Dementsprechende Flyer würden auf Facebook verbreitet.

Das Leben in Afghanistan hätte sich seit dem Vormarsch der Taliban grundlegend verändert. Einige der größten Städte sind bereits gefallen, mit Stand vom Freitagnachmittag sind 18 von 24 Provinzhauptstädten in der Gewalt der Radikalislamisten.

Arbeit sei in dem Kriegsland nicht mehr möglich, schildert Nazari. Den Menschen gehe es schlecht, sie suchen nach einem Fluchtweg. "Ich glaube nicht, dass man ein normales Leben dort führen kann", beschreibt er die prekäre Lage. 

"Die Taliban wollen Macht und Gehorsam von den Menschen", das freie Leben, so wie vorher gewesen sei, sei vorbei. Es mache ihn traurig, seinen Bruder an der Front zu sehen. Er fürchte um sein Leben. Nazaris Bruder fühle sich von der Welt im Stich gelassen.

Präsident soll Vertrag mit Taliban schließen

Vom Präsidenten von Afghanistan erwartet er sich einen Vertrag mit den Taliban, um dem Land eine gewisse Freiheit zurückzugeben. Auch internationale Hilfe sei notwendig.

Doch vom Westen ist momentan nicht viel Hilfe zu erwarten. Die USA schicken zwar 3.000 Soldaten in die Region, diese sollen aber den Abzug der eigenen Leute schützen. Am Freitagnachmittag wurde bekannt, dass Dänemark und Norwegen ihre Botschaften vorläufig schließen. Sämtliche Angestellte der dänischen Botschaft werden evakuiert, darunter auch lokal ansässige afghanische Mitarbeiter, wie der dänische Außenminister Jeppe Kofod am Freitagnachmittag nach Angaben der Nachrichtenagentur Ritzau und der Sender DR und TV2 auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen sagte.

Marianne LamplQuelle: Agenturen / Redaktion / lam